Ururenkel aus Kanada stellt Bilder der Davidsons für Internet-Archiv zur Verfügung

Älteste Fotos von Dörverdenern

Die wahrscheinlich älteste Portraitaufnahme von Dörverdenern aus den 1860er-Jahren. Die Davidsons wirken ziemlich locker, ganz im Gegenteil zu Menschen auf später üblichen Fotografien, die sie meist ziemlich steif und mit ernsten Gesichtszügen zeigen.

Dörverden - Auf der Internetseite „schaapskopp“ ist das bisher älteste Foto von Dörverdener Bürgern zu sehen. Abgebildet sind in Einzelportraits die hier bis etwa 1864 ansässigen jüdischen Eheleute David Moses Davidson und seine Ehefrau Marianne geb. Weingarten. Es darf vermutet werden, dass das Foto um diese Zeit aufgenommen wurde.

Fotografien waren damals noch ziemlich neu und etwas sehr exklusives. Davidsons gehörten zu den Kötnern und waren Händler (Höcker) und Schlachter in Dörverden Nr. 45 (heute Große Straße 47). Aus Akten des früheren Amts Westen geht hervor, dass der Vater von David Moses Davidson bereits 1793 eine Handelskonzession bekommen hatte.

Inzwischen war die Familie anscheinend wohlhabend geworden. Leider ist nicht zu erkennen, von welchem Fotografen die Aufnahmen stammen. Es ist anzunehmen, dass es in den 1860er-Jahren in Verden noch keinen Fotografen gab und die Eheleute möglicherweise nach Bremen gereist sind, um sich dort den Luxus der Fotografie zu leisten.

Wie reisten die Davidsons? Wahrscheinlich mit der Eisenbahn, denn 1847 war die Bahnlinie Hannover-Bremen eröffnet worden und das ermöglichte ihnen, schnell nach Bremen zu fahren. Falls die Fotos 1864 oder später aufgenommen wurden, könnten sie auch in Hildesheim entstanden sein, wohin die Familie verzogen ist.

Das Doppelportrait dürfte die älteste fotografische Aufnahme von Dörverdenern sein. Zur Verfügung gestellt hat sie Pedro Gervai, ein in Kanada ansässiger Ururenkel der Davidsons.

Mehr zu der Familie Davidson, die drei Generationen lang, von 1793 bis etwa 1864, in Dörverden als Unternehmer ansässig war, wird wahrscheinlich im „Jahrbuch (Heimatkalender) für den Landkreis Verden 2017“ nachzulesen sein, das etwa Ende Oktober 2016 herauskommt. Deren Geschichte ist auch insoweit interessant, als dabei wirtschaftliche Entwicklungen in Dörverden aufgezeigt werden.

Interessierte finden weiteres historisches Material zu Dörverden und der Region, das meistens von Mitgliedern der AG Geschichte/Archäologie im Ehmken-Hoff-Verein erarbeitet worden ist, auf der Homepage www.schaapskopp.de oder/und www.tulifurdon.de.

Hier geht es zu den ältesten Porträts aus Dörverden

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