Stedorfer Nest auf Meier-Hof mit vierköpfigem und ewig hungrigem Storchennachwuchs

Adebar im Dauerstress

Ein seltener Anblick: Beide Elternteile sind auf Futtersuche und der Nachwuchs hat zu Hause sturmfreies Nest.

Stedorf – Ein eigenes „Storchenkino“ bekommen Silvia und Wilhelm Meier tagtäglich geboten, denn im Nest in ihrem Garten geht es hochinteressant zu. Nachdem das Storchenpaar es schon Anfang Februar bezogen hatte, gab es bereits an Karfreitag, so früh wie noch nie, mehrfachen Nachwuchs. Auf dem hölzernen Mast in neun Metern Höhe recken sich inzwischen keck fordernd die Hälse von vier Jungstörchen in die Höhe.

Es sind gesunde, kräftige Jungvögel, die schon fleißig mit ihren Flügeln schlagen. Meier schätzt daher, dass sie Hotel Adebar schon bald für erste Flugübungen verlassen werden. Das sei immer ein Bild für die Götter, da vor allem die Landung anfangs nicht so perfekt funktioniere. „Bis es soweit ist, halten die vier ihre Eltern aber ganz ordentlich auf Trab. Sie haben ständig Hunger und die Altstörche müssen unentwegt Futter ranschaffen“, sagt Meier. In der Tat: Kaum ist Vater Storch mit elegantem Schwung auf dem Rand des Nestes gelandet, wechselt auch schon die Aufsicht über das gefiederte Quartett und Mutter Storch kann sich auf Futtersuche begeben.

Dass auch in diesem Jahr wieder mehrere junge Weißstörche in Stedorf aufwachsen, überrascht die Eheleute Meier nicht. Das Nest wurde 2014 aufgestellt und mit Ausnahme des ersten Jahres, in dem der Bewohner noch dem Singledasein den Vorzug gab, ist bereits 23-facher Nachwuchs geschlüpft. „Es gab allerdings zweimal einen Rausschmiss“, erzählt Meier. Im zweiten Jahr waren fünf Junge im Nest, eines haben die Eltern hinauskatapultiert. Meier konnte das Kleine allerdings retten und hat es zum Aufpäppeln in die Storchenstation nach Verden gebracht.

In diesem Jahr wurde vermutlich erneut der schwächste Jungstorch aus dem Nest gedrängt, doch diesmal hat das Küken den Sturz aus großer Höhe nicht überlebt. „Das ist zwar traurig, kommt in der Natur aber immer wieder vor“, meint Wilhelm Meier.

Er und seine Frau fühlen sich verantwortlich für die gefiederten Nachbarn. „Wir leben mit ihnen“, sagen sie, auch wenn der Storchenmann sich hin und wieder rüpelhaft benehme. „Hier, schauen Sie mal“, sagt Wilhelm Meier und zeigt ein Video, das den Storch beim Angriff auf die Terrassentür eines Nachbarn zeigt. „Er ist an Menschen gewöhnt und ziemlich frech“, meint der Stedorfer, der täglich aus sicherer Distanz nach dem Rechten schaut. Auch auf dem eigenen Hofgrundstück habe der Bursche schon Schaden angerichtet. „Er stolziert über Fahrzeuge, kotet diese voll oder hackt hier und da mit seinem Schnabel auf Dinge ein.“

Der Landwirt hat notiert, dass sich die Jungstörche im vergangenen Jahr schon am 20. Juli auf die Reise ins Winterquartier begeben haben und die Altstörche ihnen dann Mitte September gefolgt sind. „Mal sehen, wann es diesmal soweit ist“, sagen die Eheleute. Sie wünschen sich, dass ihnen das Storchenpaar noch viele Jahre erhalten bleibt. Die Chancen, dass sich das erfüllt, stehen gut. Störche können ein Alter von 40 Jahren erreichen, vorausgesetzt, es stößt ihnen auf dem Weg ins Winterquartier und zurück nichts zu.  nie

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