Tief Tristan beschert Bauhöfen in Kirchlinteln und Dörverden einen arbeitsreichen Sonntag

Ab 5 Uhr im Einsatz

Rund um das Kirchlintler Wahrzeichen, der Kirche St. Petri, räumte Florian Noss vom Bauhof die Straßen.
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Rund um das Kirchlintler Wahrzeichen, der Kirche St. Petri, räumte Florian Noss vom Bauhof die Straßen.

Kirchlinteln/Dörverden – Vorhergesagt waren noch mehr Schneemassen, aber was Kälte und Windböen anging, hielt Sturmtief Tristan auch in den Gemeinden Dörverden und Kirchlinteln, was die Meteorologen versprochen hatten. Besonders die Schneeverwehungen forderten in beiden Gemeindegebieten den von den jeweiligen Krisenstäben aufgestellten Winterdienst.

Mitarbeiter der Bauhöfe waren mit umgerüsteten kommunalen Traktoren teils seit fünf Uhr morgens unterwegs, um die wichtigsten Lebensadern der Landgemeinden von der weißen Pracht frei zu räumen. Außerdem waren viele freiwillige Helfer in den Ortschaften im Einsatz, um Straßen und notwendige Zufahrten passierbar zu machen.

So auch der Landwirt Carsten Ahlden aus Neddenaverbergen, der vor seinen Fendt bereits am Vortag einen Schneepflug installiert hatte, um dann ab Sonntagfrüh von seinem Heimatort aus bis nach Otersen die Straßen zu räumen.

In Kirchlinteln war Hermann Gerken kurzfristig als freiwilliger Helfer eingesprungen, um die Straßen in den Wohngebieten passierbar zu machen. „Flächendeckend liegen jetzt am Nachmittag zehn Zentimeter, aber in den Ecken kann das durch die Verwehungen auch deutlich mehr sein“, berichtet Gerken, als er die Scheiben an seinem Fendt-Traktor vom angefrorenen Schnee befreite.

Die Aufwandsentschädigung decke gerade die Kosten für Material und Treibstoff ab, aber irgendwer müsse die Arbeit ja erledigen, damit die Ortschaften nicht von der Außenwelt abgeschnitten werden, so der Landwirt. Die teilweise mächtigen Schneehaufen, die der heftige Wind aufgetürmt hatte, seien sonst eben auch ein Verkehrsrisiko.

Glücklich konnten die Kirchlintler sein, die bei dem Wetter gar nicht erst vor die Tür mussten. Anders als die beiden Bauhofmitarbeiter Florian Noss und Nico Pasch, die zum Dienst mussten und sich auf dem mächtigen zum Schneepflug umgebauten Gefährt am Sonntag abwechselten, damit den ganzen Tag Schnee und Eis zur Seite geschoben werden konnte.

Den Kollegen in der Gemeinde Dörverden erging es nicht anders. Ohnehin in 24-Stunden-Rufbereitschaft, mussten sie wegen Tief Tristan auch am Sonntag „die große Tour“ fahren, wie Bürgermeister Alexander von Seggern es formulierte. Räumen und Streuen war angesagt. Und das zunächst einmal auf den Straßen, auf denen die Linienbusse verkehren.

„Wir sind gut aufgestellt“, zog von Seggern mit Blick auf den Einsatz vieler Menschen eine Zwischenbilanz. Doch bei allen Bemühungen sei es aus Sicht mancher Bürger „nie genug Winterdienst“, den die Gemeinde leiste, sagte Dörverdens Bürgermeister, der in den sozialen Medien bis zum späten Sonntagnachmittag schon die eine oder andere Diskussion unzufriedener Bürger verfolgen musste. Umso mehr lobte er, „dass es wieder einige Nachbarn gibt, die nicht nur bis zu ihrer Grundstücksgrenze ihren Winterdienst verrichten.

Kirchlintelns Bürgermeister Wolfgang Rodewald hatte schon vor dem arbeitsreichen Wochenende seinen großen Dank an alle Mitarbeiter und Helfer in der besonderen Wetterlage ausgerichtet. Der überdimensionierte Salzstreuer sorgte auf den wichtigsten Straßen für mehr Sicherheit beziehungsweise für die Erreichbarkeit der Feuerwehrhäuser.

„Wir geben Gas, um möglichst viel Schnee von den Straßen zu bekommen, aber wir können nicht überall sofort sein“, sagte Florian Noss.

Bis zum Redaktionsschluss wurden vonseiten der Polizei keine Verkehrsunfälle für die beiden Gemeinden Dörverden Kirchlinteln aufgrund von Straßenglätte gemeldet. Und auch Sondereinsätze, etwa um Rettungsdienste zu begleiten, sind bis Sonntagabend nicht bekannt geworden.  lee/kp

Hermann Gerken war als freiwilliger Helfer auf dem Alten Kohlenförder Weg mit seinem Fendt unterwegs.
Schneeschippen war gestern auch in Dörverden eine Sisyphusarbeit.
Stefan Bomnüter räumte seine Tankstelle.

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