Bürgermeisterkandidat gibt erforderliche Unterschriften im Rathaus ab

176 Unterstützer hat Herausforderer Volker Meyer sicher

Zwei Männer stehen mit großem Abstand vor einem Rathaus, einer gibt dem anderen einen Aktenordner.
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Ordner mit 176 Autogrammen: Volker Meyer (rechts) drückt Gemeindewahlleiter Günter Ebenthal die erforderlichen Unterschriften für seine Bürgermeisterkandidatur in die Hand.

Bürgermeisterkandidat Volker Meyer überreicht Gemeindewahlleiter Günter Ebenthal einen dicken Ordner. Darin: 176 Unterstützungsunterschriften von Bürgern aus der Gemeinde Dörverden. Diese sind notwendig, damit der Stedorfer überhaupt zur Wahl antreten darf. Im Rathaus wird jetzt die Gültigkeit der Unterlagen geprüft.

Dörverden – Das niedersächsische Kommunalwahlsystem sieht dieses Verfahren vor, um sicherzustellen, dass auf dem Stimmzettel nur Kandidaten erscheinen, die über eine gewisse Unterstützung in der Bevölkerung verfügen, ohne die ein Wahlerfolg unwahrscheinlich wäre.

Gebraucht hätte der Herausforderer des Amtsinhabers Alexander von Seggern 110 Unterschriften – das wäre die erforderliche fünffache Anzahl der aktuellen Ratsmitglieder (22) gewesen. „Ich hätte sicher auch noch mehr Unterschriften zusammenbekommen“, so Meyer. „Aber ich hab mir gedacht, 176, das reicht jetzt erst einmal.“

Anker-Investor Hermann Wiebe steht auch auf der Liste

Um die notwendige Unterstützung zu erhalten, sei er in den vergangenen Wochen mit dem Fahrrad durch alle Ortschaften der Gemeinde Dörverden gefahren – an seiner Seite meistens Ehefrau Tanja. In den Dörfern habe er sich mit Bürgern getroffen. „Es sind auch direkt viele Problemlagen an mich herangetragen worden“, sagt Meyer. Über den Ärztemangel hätten die Bürger mit ihm gesprochen; fehlende Bauplätze in allen Ortschaften seien darüber hinaus ein „Riesenthema“ gewesen, berichtet der parteilose Kandidat am Rande der Unterschriftenübergabe am Rathaus. „Aber ich habe auch von mehreren undichten Dächern auf Gemeindeimmobilien gehört.“ Dass die Realisierung des Gewerbe- und Industrieparks Barme „viel zu lange“ dauere, sehe nicht nur er so, das sei auch von seinen Gesprächspartnern immer wieder erwähnt worden. „Unterstützung habe ich auch von vielen Selbstständigen erhalten“, so Meyer, der seit neun Jahren Geschäftsführer einer Bremer Immobilien-Projektentwicklungsfirma ist.

Für mich ist das alles ganz neu, ich habe ja noch nie einen Wahlkampf erlebt.

Volker Meyer

Unter den Unterschriften befindet sich auch die eines recht bekannten Dörverdeners: Der Bauunternehmer Hermann Wiebe habe Meyer seine uneingeschränkte Unterstützung zugesagt. „Darüber freue mich natürlich sehr“, sagt Meyer. Zum Hintergrund: Meyers prominenter Unterstützer Wiebe führt derzeit eine juristische Auseinandersetzung mit der Gemeinde Dörverden. Der Ankerinvestor des Gewerbe- und Industrieparks Barme ist unzufrieden mit dem Bebauungsplan für das Gelände. Von Wiebes Klage vor dem Oberverwaltungsgericht unbeeindruckt, hat der Verwaltungsausschuss der Gemeinde, wie berichtet, in dieser Woche den überarbeiteten B-Plan erneut einstimmig auf den Weg gebracht.

Für ihn seien die vergangenen Wochen „spannend und hochinteressant“ gewesen, so der 49-jährige Meyer, der bisher keine Erfahrung in Politik oder Verwaltung hat. Er habe viele Gespräche geführt und neue Menschen kennengelernt. „Für mich ist das alles ganz neu, ich habe ja noch nie einen Wahlkampf erlebt.“ Deswegen sei es für ihn auch überraschend gewesen, dass schon in dieser Phase scharfe Töne angeschlagen würden.

Erstaunt über scharfen Ton im Wahlkampf

Als der CDU-Fraktionsvorsitzende Adrian Mohr sich kürzlich zum Thema mit den Worten „Es geht nicht nur ums Wollen, sondern auch ums Können“ geäußert habe, habe ihn das geärgert, erzählt Meyer. „Das ist unfair, der weiß doch gar nicht, was ich kann.“ Die CDU setze „offensichtlich darauf, mich zu deklassieren“, so der Kandidat, der von der örtlichen SPD unterstützt wird. „Warum muss der Bürgermeister der erste Sachbearbeiter im Rathaus sein? Es gibt Fachbereichsleiter, die in die Verantwortung genommen werden müssen, damit der Bürgermeister den Kopf für die Entwicklung der Gemeinde frei hat.“ Doch Meyer zeigt sich auch selbst angriffslustig: „Ich würde an Mohrs Stelle ja die Projekte vorbringen, die der Bürgermeister in der siebenjährigen Amtszeit fertiggestellt hat oder welche von seinen selbst gesetzten Zielen erreicht worden sind. Davon gibt es leider nicht viele.“

Dass der Wahlkampf coronabedingt etwas anders laufen muss als üblich, sieht Meyer nicht als Problem. „Ich habe natürlich jetzt auch keinen Vergleich“, aber er glaube nicht, dass es unbedingt Großveranstaltungen wie Schützenfeste brauche, um sich bei der Bevölkerung ins Gespräch zu bringen. Er wolle künftig verstärkt in den Sozialen Netzwerken, auf Facebook und Instagram, unterwegs sein. Das seien seiner Ansicht nach die Orte, an denen heutzutage diskutiert werde.

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