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Bogensport in Westen: Eine Erfolgsgeschichte

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Von: Christel Niemann

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Drei Männer mit Pfeil  und Bogen im Wald.
Ohne technischen Schnickschnack, draußen in der Natur, das hat was von Robin Hood. Hier Michael Wolter, Rainer Schlichtholz und Michael Kroll (v.l.). © Niemann, Christel

Robin Hood beherrscht es, Legolas aus Herr der Ringe ebenfalls und Rambo sowieso. Was? Traditionelles Bogenschießen.

Westen – Aller-Bogen, die Bogensparte im TSV Jahn Westen, ist eine echte Erfolgsgeschichte und die Kurve weist nur bergauf. Das zehnjährige Bestehen im Mai wollen die Bogensportler jedoch nicht, wie naheliegend, mit einem großen Turnier, sondern als Familienfest feiern. „Wir hoffen, dass auch andere Sparten unseres Vereins oder Gruppen aus dem Dorf aktiv daran teilnehmen werden“, so Spartenleiter Rainer Schlichtholz und Michael Wolter, der das Jugendtraining verantwortet. Bogensport, sagen sie, sei ein Paradebeispiel für die Verbindung von Sport und Natur. Interessierte nähmen sogar Anfahrtszeiten von bis zu einer Stunde in Kauf, um in Westen diesen Sport auszuüben.

Es sei eine Sportart, die nach Aussage von Schlichtholz und Wolter für nahezu jeden geeignet ist. Egal ob unsportlich oder durchtrainiert, Mann oder Frau, Kinder, Jugendliche oder Senioren. Einzig für Menschen mit Schulter-Problemen, einem Tennis-Arm oder vorangegangenen Nacken-Verletzungen sollten lieber die Finger vom Bogen lassen. „Es entsteht eine starke Anspannung im Oberkörper, was sich negativ auf eine Vorerkrankung auswirken kann. Für alle anderen ist der Sport jedoch sehr zu empfehlen“, meint Wolter, der, nachdem ihm seine Frau einen Bogen geschenkt hatte, den Anstoß zur Gründung der Bogensparte im TSV Jahn Westen gegeben hat.

Im Sportverein bestens aufgehoben

„Anfangs gab es die Diskussion, ob Bogensport nicht eher in den Schützenverein gehört. Dabei unterscheidet sich das traditionelle Bogenschießen doch sehr von dem eines klassischen Sportschützen. Mittlerweile wissen wir, dass wir alles richtig gemacht haben und wir im Sportverein bestens aufgehoben sind“, sagt Wolter.

Zehn Jahre liegt die Spartengründung im kommenden Mai bereits zurück. Jahre, in denen sich die Vereinssparte von anfangs bescheidenen acht Bogensportlern auf heute um die 130 Mitglieder gesteigert hat, von denen gut zwei Drittel regelmäßig dem Bogensport frönen und etwa 25 Aktive wettbewerbs- und turniermäßig mit Pfeil und Bogen unterwegs sind. „Am Anfang haben wir auf Strohsäcke gezielt und jetzt verfügen wir über eine komplette Sportanlage und das gesamte Equipment, das sich ein Bogenschütze nur wünschen kann.“

Kraftaufwand unerwartet hoch

Bogenschießen sei ein vorwiegend statischer Sport, erzählen die beiden Cracks und dennoch nicht zu unterschätzen. „Wir benutzen ausschließlich traditionelle Bögen, ohne Visier und technischen Ballast“, erläutert Schlichtholz. „Intuitives Bogenschießen ist gut für die Konzentration und den Muskelaufbau und nicht zuletzt ein wunderbarer Familiensport“, sagt Wolter. Aus unterschiedlichen Entfernungen und Lagen müssten die Bogenschützen ohne technischen Schnickschnack und Hilfsmittel ihre Ziele treffen. Und grinsend: „Das hat schon was von Robin Hood.“

Zwar stehe man auf einem Fleck, spanne den Bogen, schieße aufs Ziel und müsse nur zur Scheibe gehen, um seine Pfeile wieder einzusammeln. Doch der Kraftaufwand sei dennoch enorm. Hinzu komme ein hohes Maß an Konzentration, das der Sport vom Schützen fordere.

Auf den drei Parcours werden die Schützen von Wildschwein, Bison & Co erwartet, die ihnen gelassen entgegenblicken. Von den Tieren geht jedoch keine Gefahr aus. Sie sind selbstverständlich aus Plastik, da beim 3-D-Bogenschießen niemand auf lebende Objekte zielt. Aufgestellt sind sie mitten im Gelände in unterschiedlichen Distanzen, die von einem halben Meter bis zu 45 Meter reichen. Deshalb sind die aus einem speziellen Schaumstoff hergestellten Tiere auch entsprechend groß.

Auch Kinder ab acht Jahren und Jugendliche sind willkommen

Beim Aller-Bogen sind bereits Kids ab acht Jahren und Jugendliche willkommen, die hinsichtlich Geschick und Konzentration schon so manchen erwachsenen Bogensportler in den Schatten gestellt haben. Für weitere Mitglieder ist die Sparte immer offen und Bögen zum Ausprobieren bekommen Neulinge zur Verfügung gestellt. Verletzungen hat es nach Aussage von Schlichtholz und Wolter in den zehn Vereinsjahren übrigens keine gegeben. Wolter: „Allerdings hat sich einmal eine Jugendliche bei einer Zeltübernachtung auf dem Gelände den Arm gebrochen, als sie nachts auf dem Weg zur Toilette über eine Zeltschnur gestolpert ist.“

Wer sich für den Bogensport interessiert, kann sich bei Frank Dehmke unter Telefon 0152-32029570, 04234-934711 oder E-Mail frank.dehmke@gmx.de melden.

Weitere Informationen gibt es auch auf der Homepage des Sportverein TSV Jahn Westen unter www.jahn-westen.de.

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