Manager und Moral, Paintball, Porsche und mehr waren Themen beim traditionellen CDU-Unternehmerfrühstück in Ottersberg

„Diese Wirtschaftskrise darf gern noch bleiben“

Ottersberg - (la) „Wenn das jetzt die Wirtschaftskrise ist, darf sie gern noch eine Weile bleiben“. Dem zitierten Ausspruch eines Mittelständlers wurde kaum widersprochen beim traditionellen, mittlerweile siebten Unternehmerfrühstück in Ottersberg, zu dem wieder der CDU-Gemeindeverband ins Café Seekamp eingeladen hatte.

Der Spruch verdeutlicht, dass in einigen Branchen – anders als etwa in der schwer gebeutelten Automobilindustrie und im Maschinenbau – die Geschäfte gut bis hervorragend laufen und an Aufträgen kein Mangel herrscht. Einzelhandel und vor allem auch der Baubereich wurden hier genannt.

Das es gerade bei der Gebäudesanierung „brummt“, liege natürlich auch an der Förderung durch das Konjunkturpaket der Regierung, meinte Bundestagsabgeordneter Reinhard Grindel, der nur noch wenige Wochen Ottersberg mit zu seinem Wahlkreis zählen darf und hier nicht wieder kandidiert.

Ottersbergs Bürgermeister Horst Hofmann und dessen Langwedeler Kollege Andreas Mattfeldt kritisierten, dass es vor allem für „energetische Sanierung“ Gelder gebe und etwa der Straßenbau weitgehend außen vor bleibe. Weil es im Flecken Ottersberg zehn Holzbaufirmen gebe, der Sanierungs-Nachholbedarf hoch sei und allein 120 energiesparende neue Fenster demnächst in Schulen und anderen öffentlichen Gebäuden installiert würden, hielt Hofmann die Förderung dennoch für effektiv. Mattfeldt - der bekanntlich für den Bundestag kandidiert – gab noch zu bedenken, dass seinen Eindrücken zufolge die Verlängerung der Auto-Abwrackprämie gerade kleinen Reparaturwerkstätten schade.

Über fehlende Moral und Anstand in Wirtschaft und Politik beklagte sich der örtliche Unternehmer Udo Neitzel. Politiker säßen mit „in allen Aufsichtsräten“, und Manager, die Firmen oder Banken in den Ruin führten, müssten keinerlei Haftung übernehmen. Dagegen sei in den USA gerade ein Verantwortlicher 150 Jahre „zum Tütenkleben ins Gefängnis geschickt worden“.

Grindel gab zu bedenken, dass Bankern oft rein juritisch nichts vorzuwerfen sei, wenn sie Geschäfte mit gut eingestuften („gerateten“) Papieren machten. Im Falle des ehemaligen Postchefs Zumwinkel sei allerdings Steuerbetrug im Spiel, und „da wären 200 Jahre nicht schlecht“, so Grindel.

Es hielt es im übrigen für unverständlich, dass Porsche-Chef Wiedeking jubelnd von Arbeitnehmervertretern verabschiedet werde, obwohl er dem Unternehmen ein zehn Milliarden-Loch hinterlasse. „Da müssen zwischen Betriebsrat und Vorstand noch ganz andere Deals gelaufen sein“, deutet er das Verhalten der Gewerkschafter.

Henning Allermann vom gleichnamigen Ottersberger Waffengeschäft kritisierte gesetzliche Verschärfungen nach jedem Amoklauf. Schützen und Jäger seien verunsichert, und jetzt seien sogar Verbote von Paintball, Laserdome und anderen Spielen im Gespräch.

Es gehe um verbesserte Kontrollmöglichkeiten bei Waffenbesitzern, nicht um schärfere Gesetze, betonte Grindel, der selber das entsprechende neue Gesetz entwickelt hatte.

Gefährlichkeit und Wirkungen von Paintball und anderen Angeboten würden von unabhängigen Gutachtern geprüft. Werden die Spiele als gefährlich für Jugendliche eingestuft, würden sie verboten, andernfalls eben nicht, so der Bundespolitiker.

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