Gasförderung: FDP lädt zu Informationsveranstaltung nach Völkersen ein

„Dies muss noch im Detail entschieden werden“

Die FDP hatte Norbert Conrad, Referatsleiter im niedersächsischen Ministerium für Wirtschaft, zu einem Informationsabend nach Völkersen ins Gasthaus „Zur Post“ geholt. ·

Völkersen - Vieles von dem, was die Referenten zum Thema Erdgas und Fracking vortrugen, schien den mittlerweile gut informierten Völkersern nicht neu zu sein. Auf Einladung der FDP referierte am Dienstagabend Norbert Conrad, Referatsleiter im niedersächsischen Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr, bei einer Infoveranstaltung im Gasthaus „Zur Post“ in Völkersen.

Klaus Söntgerath vom Landesamt für Bergbau, Erdgas und Geologie (LBEG) war ebenfalls angereist und hatte diverse Fragen zu beantworten.

Es ging, wie könnte es anders sein, um Erdgas, Fracking und den aktuellen Umweltskandal.

Norbert Conrad, Leiter des Referates mit dem Titel „Küsteninfrastruktur, Rohstoffe und Energiebelange der Wirtschaft“, zog Vergleiche zu der Gasförderung in Amerika und ging auf die Bedeutung der Erdgasförderung in Niedersachsen ein. Über 95 Prozent des bundesweit geförderten Erdgases stammen aus Niedersachsen, dass er als „Kuwait der Bundesrepublik“ bezeichnete. Die Einnahmen im Jahr 2011 aus der Förderabgabe für den Länderfinanzhaushalt bezifferte er mit 682 Millionen.

Angesichts der jüngsten Skandale wolle man aber nicht weitermachen wie bisher. „Wir haben Änderungen des Bergrechts beantragt“, so Conrad. Bei Fracking-Vorhaben sollten künftig bei den Genehmigungen die Landkreise einbezogen werden. Auch Umweltverträglichkeitsprüfung fordere die Partei. „Sofern derartige Vorhaben negative Umweltauswirkungen erwarten lassen.“ Außerdem sollten Bergaufsicht und Genehmigung getrennt werden.

Conrad informierte vorab über die gestern verkündete Anordnung der Stilllegung von 22 Kunststoffleitungen für Lagerstättenwasser in Niedersachsen. Im April vergangenen Jahres war die Überprüfung der Leitungen angeordnet worden, im Dezember war dann ein Benzolaustritt im Bereich Völkersen festgestellt worden. Was mit den im Erdreich befindlichen Leitungen zu passieren hat, dazu haben Ministerium und Bergamtbislang keine Aussage getroffen. „Dies muss noch im Detail entschieden werden“, erklärte Söntgerath.

Dem Thema Diffusion habe man sich zu wenig gewidmet, räumte der LBEG-Mitarbeiter auf Nachfrage ein, dies könne aber auch nicht die einzige Ursache für den Benzolaustritt sein sein. Dafür seien die Konzentration an Benzol zu hoch, das passe nur zu einer Diffusion über 250 Jahre, so Söntgerath.

Durch Leitungen ist Benzol ins Erdreich gelangt, aber die Bürgerinitiative „No Fracking“ fragt sich auch: Was wurde bei dem jahrelangen Abfackeln freigesetzt?

Die RWE und anderen Konzerne dürfen machen was sie wollen, monierte ein Gast. Söntgerath wies darauf hin, dass auch das Abfackeln genehmigungspflichtig sei - wenn es dauerhaft erfolgt, kurzfristiges Abfackeln dagegen nicht.

„Und was ist kurzfristig?“, so die Nachfrage aus dem Publikum. Söntgeraths Antwort sorgte für Gelächter: „Weniger als ein Jahr.“ · wb

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