Ein Abend auf der Freilichtbühne Daverden mit Jan Graf – und Mückenspray

„Die Welt ist verrückt“

Jan Graf begeisterte die Besucher der Freilichtbühne Daverden.

Daverden - (pma) · Ein schöner, lauer Sommerabend, eine wunderschöne Freilichtbühne, und der Autor und Liedermacher Jan Graf hatte sein Kommen zugesagt. Was brauchte man also mehr? Richtig – Mückenspray! Und das nicht zu knapp.

Doch selbst daran hatte die Daverdener Freilichtbühne gedacht und hielt Mückenschutz für die Gäste bereit, damit einem schönen Abend mit Jan Graf nichts im Wege stehen sollte.

Wo sonst ausgelassen ein buntes Ensemble von Plattsnackern ihr Bestes gibt, gelang es an diesem Abend dem Einzelkünstler, der gut besuchten Veranstaltung seine spezielle Note zu geben. Einen Stuhl beim Gitarrespielen und Singen, einen Stehtisch zum Vortragen seiner komischen Kurzgeschichten, mehr brauchte dieser Mann nicht.

Mit Liedern über die Lüneburger Heide, mal ernsten und mal spaßigen Texten, Geschichten, die „auf jeden Fall immer wahr sind“ und Anekdoten aus seinem Leben verstand es Graf, dem Publikum einen unvergesslichen Abend zu bescheren.

So stellte er fest, dass „die Volkspoesie lebt“ und führte einige Metaphern an, über die er sich seine ganz eigenen Gedanken gemacht habe. So begeisterte er sich beispielsweise für den Begriff „Deckelrose“, wie mancherorts Bestattungsunternehmer genannt werden oder belustigte sein Publikum, indem er einen speziellen Ausdruck für das fand, was man unfreiwillig zu sehen bekommt, wenn der eine oder andere Herr auf den Gürtel verzichtet und ihm die Hose nicht gerade optimal auf den Lenden sitzt. „Was sieht man dann?“, fragte Jan Graf. „Richtig – das Maurerdekolleté“.

Mit einiger Verwunderung beschrieb er in seinem Lied „Blauer Stern“ das von ihm beobachtete Blaulichtflackern von Fernsehern am Heiligabend in den Fenstern der Menschen, berichtete komisch über seine Erlebnisse im Supermarkt, wo rund um die Uhr „Wurst TV“ gesendet wird und ihn zum Kauf von Rinderzunge bewog, die schließlich für den Hund blieb und machte sich auch ansonsten über die Eigenarten seiner Mitmenschen lustig.

„Die Welt ist verrückt“, erklärte Jan Graf voller Überzeugung und berichtete über seine Erfahrungen beim Besuch von Country Partys oder Ritterspielen, wo die Beteiligten ihm zu seiner Verwunderung erklärten, dort endlich sie selbst sein zu können. „Wenn alle anderen Cowboys und Ritter sind, was bin denn dann ich?“, überlegte er laut.

Und damit nicht genug. So deckte Jan Graf auch den wahren Grund auf, warum es mit dem Nachwuchs im eigenen Land im weniger wird. „Wir Deutschen sind ein Volk, das Hunde liebt. Kinder werden ignoriert.“ Hierfür brachte er dann auch gleich einige Beispiele, die den Zuschauern die Lachtränen in die Augen trieben.

So war es ihm auch verziehen, dass er auf humorvolle Art über Rentner herzog, die seiner Meinung die Wirtschaft doch sehr schädigen, weil „sie einfach kein Ende finden können.“

Der Abteilungsleiter der Freilichtbühne, Volker Penczek, zeigte sich mit dem gelungenen Abend sehr zufrieden. „Wir wollten neben den bewährten Stücken unsere schöne Freilichtbühne nutzen, um den Leuten auch mal etwas anderes zu bieten. Und offenbar gefällt es den Zuschauern. Das ist das Wichtigste für uns.“ So wies er dann auch noch auf die weiteren Veranstaltungen, nämlich den Auftritt der Big Band des Domgymnasiums am 11. Juni um 19.30 Uhr und den Tag des Freilichttheaters am 13. Juni hin, wo um 11 Uhr die Blaskapelle des TSV Daverden und um 15 Uhr die Autorin Birgit Lämmermann erwartet werden.

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