Pädagogischer Austausch – Vier russische Lehrerinnen besuchten Verden

„Die Kinder stehen bei uns stets im Mittelpunkt“

Gelungener Länderaustausch (v.l.): Landrat Peter Bohlmann, Gulfisa Vogukina, Odile Maiwald, Tatyana Kondra, Carola Schäfer, Tatiana Arkhipova, Sabine Otte, Olga Trembach, Norbert Mahlmann, Bärbel Rater und Lutz Brockmann.

Verden - (reg) · Vier Deutschlehrerinnen der russischen Partnerstadt Bagrationowsk, ehemals Preußisch-Eylau, besuchten in dieser Woche die Reiterstadt Verden. Sie reisten an, um an einem pädagogischen Austausch teilzunehmen und das deutsche Schulsystem näher kennenzulernen. Gestern trafen sie sich zu einem abschließendem Gespräch mit den Initiatoren von Stadt, Landkreis und der Kreisgemeinschaft Preußisch Eylau im Rathaus.

Die ganze Nacht hatte sie an ihrer Rede geschrieben, damit auch ja niemand vergessen wird. Gulfisa Vogulgina, genannt Galina, dankte darin für die Gastfreundschaft der Partnerstadt Verden. „Wir kamen an und der Kühlschrank war voll, haben tolle Ausflüge unternommen, und alle nahmen sich so viel Zeit für uns“, freute sich die Lehrerin. Beispielsweise statteten sie dem Domherrenhaus einen Besuch ab, wo sie Museumspädagogin Brigitte Hartmann empfing und mit ihnen das Thema „Lernen an einem anderen Ort“ vertiefte.

Doch das Hauptaugenmerk der russischen Delegation lag auf den örtlichen Schulen (GaW, Andreasschule, Schulzentrum Kirchlinteln). In insgesamt 30 Unterrichtsstunden nahmen die Vier Platz und unterhielten sich angeregt mit Lehrkräften und Schülern.

So viele Unterschiede gäbe es gar nicht, verrieten die Gäste. Eines hätten beide Länder gemeinsam: Kinder stehen stets im Mittelpunkt.

Einiges am deutschen Unterricht beeindruckte trotzdem. Zum Beispiel die Tatsache, dass Lehrer hier mehrere Fächer unterrichten können, in Russland seien es zumeist nur zwei. Außerdem würden die deutschen Kinder mehr lernen als die russischen. Das liege daran, dass ihnen weniger Schulwochen zur Verfügung stehen. Auch die Gastgeber lernten viel. Insbesondere der Bereich der Förderung von lernschwachen Kindern begeisterte. „Wenn die Schüler Probleme haben, dann können sie mich jederzeit anrufen oder auch zu Hause besuchen“, erzählte Gulfisa Vogulkina. Weiterhin könnten Eltern ihre Schützlinge kostenlos auf ein Internat schicken, wo sie nach ihren Bedürfnissen unterstützt würden. Aber auch im ganz normalen Unterricht in der Mittelstufe seien die Kinder vollkommen integriert, wobei gute Schüler den schwächeren unter die Arme greifen. Soviel Engagement kam bei Bärbel Rater, Ratsmitglied und Lehrerin an der Andreasschule, sowie Bürgermeister Lutz Brockmann und Landrat Peter Bohlmann besonders gut an. Inklusion heiße das Ziel, das in den nächsten Jahren auch in Verden erreicht werden solle.

Zum Abschluss schenkte Brockmann den vier Frauen noch ein Stück deutsche Kultur: ein Buch über Verdens Geschichte sowie einen Gedichtband. Kultur und Kunst verbinde eben auch, so der Bürgermeister.

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