Eine ganz besondere Herausforderung

Die Feuerwehr Langwedel in Coronazeiten

Für die Besprechungen von Ortsbrandmeister Thorben Helmers und seinem Stellvertreter Udo Felke (Bildschirm) kam in den vergangenen Wochen oft der PC zum Einsatz.
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Für die Besprechungen von Ortsbrandmeister Thorben Helmers und seinem Stellvertreter Udo Felke (Bildschirm) kam in den vergangenen Wochen oft der PC zum Einsatz.

Langwedel – Wie arbeiten denn die Feuerwehren in Corona-Zeiten? Und wie funktioniert eigentlich ein Dienst der Feuerwehr oder im schlimmsten Fall ein Einsatz in diesen Zeiten? „Eigentlich läuft alles sehr ruhig. Doch ist dies in Zeiten der Corona-Pandemie auch gleichsam ein Problem“, erzählt Bastian Heming, Pressesprecher der Freiwilligen Feuerwehr Langwedel. Die oben angeführten Fragen hätten die Feuerwehrleute in den vergangenen Wochen immer wieder von Langwedelern gehört – und darum soll jetzt hier ein Blick hinter die Kulissen ermöglicht werden.

Dafür ist vielleicht auch zunächst ein Blick in die Vergangenheit hilfreich, wie sie Bastian Heming schildert:

„Heute ist der 3. Februar 2020, ein Montag. Zeit: 19.30 Uhr. Wie jeden zweiten Montag im Monat treffen sich die Kameradinnen und Kameraden zum Übungsdienst. Sie stehen eng zusammen und reden über dies und das. Auf dem Dienstplan steht Arbeit mit den Geräten auf dem Fahrzeug sowie der Umgang mit gewissen Einsatzgeschehen. Das Corona-Virus verfolgt man in den Medien. Es scheint so weit weg zu sein.“

Jetzt, im Juni, hat sich im Feuerwehralltag vieles geändert. Heming berichtet: „Seit März wurden keine Übungsdienste mehr durchgeführt. Es gibt eine Handlungsempfehlung zur Sicherstellung des Dienstbetriebes vom Innenministerium und die ,Richtlinie zur Einhaltung von Hygienestandards beim Betreten des Feuerwehrhauses’. Der Kontakt der Einsatzkräfte ist auf das Nötigste beschränkt. Sobald das Virus, egal auf welchem Wege, zur Feuerwehr kommt, setzt es diese schachmatt.“

Dabei gehen die Feuerwehrfrauen und -männer gern zu ihrer Wehr. Nicht nur bei Einsätzen, sondern eben auch in die Schulungen, zu den Übungen, an die Wartungsarbeiten und zu den gemeinsamen Dienstabschlussbesprechungen. Aber: Es gelten immer noch Abstandsregelungen.

Wie kann man so alle Funktionen der Feuerwehr aufrechterhalten?

Die Besprechungen auf Kommandoebene gibt es weiter in regelmäßigen Abständen. Alle zwei Monate setzen sich die Mitglieder des Kommandos zusammen und besprechen die allgemeinen Vorkommnisse.

Das Kommando besteht aus dem Brandmeister, dem stellvertretenden Brandmeister, drei Gruppenführern, Gerätewart, Funkbeauftragtem, Atemschutzbeauftragtem, Jugendwart, Sicherheitsbeauftragtem, Schriftführer, Pressewart und den jeweiligen Stellvertretern. Aufgrund der beim Lockdown gültigen Kontaktbeschränkungen wurden die Besprechungen mittels Telefon oder per Videokonferenz durchgeführt.

Die regelmäßigen Besprechungen zwischen den beiden Brandmeistern erfolgt bis dato regelmäßig per Videokonferenz.

Überall wird ein relativ hoher Aufwand betrieben. Auch wenn die Ausrüstung wenig genutzt wird, will sie gewartet werden. Beispielsweise stand die turnusgemäße Prüfung des Hilfeleistungssatzes an. Noch ein Beispiel: Aggregate der Wehr müssen auch in Zeiten laufen, in denen Übungsdienste wegen der Pandemie abgeblasen werden müssen. Die Schläuche obliegen Prüfungsintervallen, die Warngeräte und viele andere Werkzeuge müssen auf ihre Tauglichkeit hin untersucht werden.

Die Betreuung des Fuhrparks der Feuerwehr Langwedel sowie einzelner Geräte obliegt Heiko Kruse und Thorben Fischer. Die beiden prüfen und reparieren Geräte von den Fahrzeugen oder rüsten die Fahrzeuge mit neuem Nasen-Mundschutz aus.

„Eine Herausforderung“, so Langwedels Ortsbrandmeister Thorben Helmers, „war das Umziehen der Kameradinnen und Kameraden im Einsatzfall.“ Vor und nach einem Einsatz ziehen sich die Feuerwehrleute gemeinsam in der Umkleide um. Die geforderten anderthalb Meter Abstand kann da niemand einhalten. „Aus diesem Grund haben wir die Empfehlung ausgesprochen, die Einsatzausrüstung mit nach Hause zu nehmen“, so Helmers. Was in vielen Fällen dann auch so geschah. Andere Feuerwehrleute zum Beispiel verstauten ihre Einsatzausrüstung im Kofferraum ihrer Autos, um sie schnell bei der Hand zu haben.

„Es muss einiges getan werden, um die nötige Einsatzbereitschaft sicherzustellen. Aber auch in diesen herausfordernden Zeiten finden die Kameradinnen und Kameraden schnell Lösungen und setzen diese konsequent um. Eben so, wie es auch im Einsatzdienst der Fall ist um für alle Bürgerinnen und Bürger stets zum Helfen bereit zu sein“, ist sich Feuerwehrpressesprecher Bastian Heming gewiss.  jpw

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