Liberale verabschiedeten gestern Abend Ina Lenke

„Das Gesicht und Herz der FDP“

Niedersachsens FDP-Chef und Gesundheitsminister Philipp Rösler dankte gestern Abend Ina Lenke für ihr jahrzehntelanges Engagement.

Achim - Von Manfred BrodtETELSEN/OYTEN · Im Schloss Etelsen vom neuen Gesundheitsminister und FDP-Landesvorsitzenden Philipp Rösler wurde gestern Abend die langjährige FDP-Bundestagsabgeordnete Ina Lenke aus Oyten gebührend aus der großen Politik verabschiedet.

Elf Jahre lang, seit 1998, hatte sie dem Deutschen Bundestag angehört und sich einen Namen gemacht als Sprecherin ihrer Fraktion zur Frauen- und Familienpolitik oder Fragen des Zivildienstes. „Sie war hier das Gesicht und das Herz der Partei“ und habe Positionen lange vor Ursula von der Leyen vertreten, sagte gestern Abend Bundesminister und FDP-Landeschef Philipp Rösler bei der Feier im Etelser Schloss.

Menschen innerhalb und außerhalb ihrer Partei schätzten die kompetente und engagierte, aber niemals eifernde, polemische oder persönlich verletzende Art der heute 61-Jährigen. So freute sich gestern auch Landrat Peter Bohlmann über den stets großen gegenseitigen Respekt. Mitstreiter im Bundestag, Michael Goldmann, charakterisierte seine Parteifreundin: „Grundehrlich, sehr fleißig, mutig und kritisch.“

Dabei war Ina Lenke nicht nur auf der großen politischen Bühne tätig, sondern begann in der „Schule der Demokratie“, der Kommunalpolitik. Zehn Jahre lang war sie Vorsitzende der Kreis-FDP, 18 Jahre gehörte sie dem Oytener Rat, 14 Jahre dem Kreistag an, 14 Jahre wirkte sie im FDP-Landesvorstand, davon acht Jahre als stellvertretende Landesvorsitzende, sieben Jahre saß sie im FDP-Bundesvorstand. Ina Lenke war fast 15 Jahre Landesvorsitzende der liberalen Kommunalpolitiker und gut fünf Jahre Bundesvorsitzende der liberalen Frauen. Von 1990 bis 1994 gehörte sie dem niedersächsischen Landtag an, war nach der Wahlschlappe der FDP dann in der „außerparlamentarischen Opposition“, wie sie es nennt, natürlich gewaltfrei, und stand im Unterschied zu Kollegen stets zur damals kleinen Partei, um dann ab 1998 sich als Bundestagsabgeordnete einen Namen zu machen.

Sie hätte zur letzten Bundestagswahl einen sicheren Platz auf der Landesliste bekommen können, verzichtete aber darauf und entschied sich statt dessen fürs Privat- und Familienleben mit ihrem Mann Klaus, Sohn, Schwiegertochter und Enkelkindern. So versäumte sie als Spitzenliberale zwar ihren Einzug in die schwarz-gelbe Bundesregierung, freut sich heute aber – wie sie sagt – über das Leben nach der Politik und kann so auch mehr sich Kunst und Kultur widmen. Vielleicht engagiert sie sich noch einmal in der Kommunalpolitik. Einen Rat hat sie schon: „Die Parteien sollten hier viel mehr zusammenarbeiten.“

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