Der Rieder Siegfried Hoffmann war Personenschützer von Michael Jackson beim Auftritt in Bremen

„Das blieb mir unvergessen“

Riede - Siegfried Hoffmann aus Riede erlebte als Personenschützer der Polizei Bremen Michael Jackson fünf Tage hautnah auf Schritt und Tritt. Viele Erinnerungen wurden durch den tragischen Tod des 50-jährigen „King of Pop“ jetzt bei ihm wieder wach.

Viele erinnern sich nur zu gut: Juni 1997 – die Pop-Legende, des „King of Pop“ Michael Jackson in Bremen, eine riesige Schar von Fans jubelten ihrem Idol zu, brachen vor Entzückung zusammen, heulten, schrieen, der helle Wahnsinn und mitten drin ein Mann, der dem „King“ sicheres Geleit geben musste, Siegfried Hoffmann, damals 49 Jahre alt, aus Riede.

Er war als Angehöriger des Personenschutzes der Bremer Polizei bei vielen Prominenten und gefährdeten Persönlichkeiten für deren Gesundheit und Sicherheit über 30 Jahre lang verantwortlich. Zu den herausragendsten Personen gehörten Michael Gorbatschow, der Dalai Lama, der König von Jordanien und eben der „King of Pop“ Michael Jackson, der vom 28. Mai bis 1. Juni 1997 in Bremen für eine riesige Euphorie-Welle sorgte.

Siegfried Hoffmann erzählt: „Ich hatte die Aufgabe, alles im Blick zu haben, für die absolute Sicherheit Michaels zu sorgen, ein Alptraum, wenn etwas passiert wäre – und es passierte.“

Großer Medienrummel auf dem Flughafen, Michael Jackson landete in Bremen, von einer Riesen-Menschenmenge auf dem Dach der Aussichtsterrasse begrüßt, setzte er sich in das für ihn abgedunkelte Fahrzeug und wurde zum Park-Hotel chauffiert. „Hier hatte ich den ersten persönlichen Kontakt zu ihm, als sein Manager mich in Jacksons Suite holte und als seinen persönlichen Sicherheitsbeamten vorstellte. Er war unwahrscheinlich freundlich und höflich, wenn auch in seinen großen Augen eine gewisse Scheu zu erkennen war.“

Am nächsten Tag Begrüßung durch Bürgermeister Henning Scherf im Rathaus, Eintrag ins Goldene Buch der Hansestadt, über tausend junge Menschen vor dem Rathausbalkon, die Michael, Michael schrieen.

Siegfried Hoffmann erhielt die Information, dass in der Menge eine weibliche Person entdeckt worden war, der eine Pistole aus der Tasche gefallen war, sie wieder aufgegriffen hatte und geflüchtet war.

Er ging mit dem Manager zu Michael Jackson, erklärte die Situation, schlug vor, die Abfahrt zu verzögern.

„Michael Jackson zeigte sich sehr betroffen, stimmte zu und dankte mir mit einer schwarzen Michael-Jackson-Jacke“ und einem festen Händedruck.“

Die gesuchte Person wurde schnell gestellt und überwältigt, sie trug einen scharfen Gas-Revolver bei sich. In der folgenden Nacht hatten zahlreiche Kids hinter Hecken in der Nähe des Park-Hotels verbracht, um ihrem Idol nahe zu sein. Am Nachmittag eskalierte die Situation, als tobende und kreischende Fans über die Absperrungen sprangen und den Sicherheitsbereich durchbrachen.

Hoffmann: „Als sich auf Michael Jackson, der direkt neben mir stand, ein Jugendlicher stürzte, wurde dieser von mir überwältigt und im Sicherheitsgriff der Schutzpolizei übergeben. Diese Situation wurde vom amerikanischen Fernsehsender NTV gefilmt und erschien bereits nachts in den amerikanischen Medien mit dem Kommentar ‚Anschlag auf Michael Jackson verhindert, der Popstar ist wohlauf’.“

Am Abend dann im Weserstadion der Start von Jacko’s ‚History World Tour’. Das Konzert erlebte der Rieder Siegfried Hoffmann in unmittelbarer Nähe des Künstlers, konnte dabei in seine Garderobe schauen und sehen, wie er sich für seine einzelnen sehr beeindruckenden Titel, die Weltruhm erlangten, stets neu umzog.

„Das blieb auch für mich unvergessen. Nach dem Konzert wurde er von uns unverzüglich in Polizeibegleitung zum Flughafen Lemwerder gebracht. Dort bedankte er sich noch einmal bei mir, schenkte mir eine Fotografie mit persönlicher Widmung ‚Siegfried – Michael Jackson’.

Eine tolle Erinnerung“, resümiert der Personenschützer aus Riede.

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