Festlicher Abschied: 125 Schüler verlassen das Domgymnasium mit dem Abitur

„… und dann sind die weg“

Die Jahrgangsbesten überreichten der Schule ein Geschenk: einen Spiegel. Das hing natürlich mit dem diesjährigen Abi-Motto zusammen: „Germanys Next Dog-Model“.
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Die Jahrgangsbesten überreichten der Schule ein Geschenk: einen Spiegel. Das hing natürlich mit dem diesjährigen Abi-Motto zusammen: „Germanys Next Dog-Model“.

Verden - Sicher erinnern sich die meisten Eltern noch gut daran, wie es war, als ihr Kind mit dem Teddy unter dem Arm nachts um halb drei im Schlafzimmer stand und ins Ehebett wollte, weil es Alpträume hatte. „Wo sind die Jahre geblieben? Heute bekommen diese Kinder ihr Zeugnis – und dann sind die weg.“

Darüber, wie die Zeit vergeht, wunderte sich am Sonnabend Schulleiter Detlev Lehmann gemeinsam mit den Eltern von 125 frisch gebackenen Abiturienten, die das Domgymnasium in diesem Jahr verabschiedete.

„Aber haben sie keine Sorge“, beruhigte Lehmann die zahlreichen Eltern, die in den Dom gekommen waren, um diesen besonderen Tag mitzuerleben. „Für sie werden sie immer Kinder bleiben. Das ist ganz normal.“ Selbst seine eigene Mutter, bemerkte Lehmann schmunzelnd, würde sich noch heute Sorgen um ihn machen, wenn er im Winter ohne Handschuhe aus dem Haus ginge.

Lehmann ging auch auf die tiefgreifenden Veränderungen ein, die Schulen in den vergangenen Jahren mitgemacht haben. Er mahnte, dass es aber bei allem Wandel vor allem darum gehen müsse, den Schülern und ihren Bedürfnissen gerecht zu werden. Bei der Diskussion über die Frage: „IGS oder Gymnasium?“, wünschte er sich mehr „Sachlichkeit und Gelassenheit“. Lehmann informierte darüber, dass 21 Schüler dieses Jahrgangs die Zahl 1 vor dem Komma gehabt hätten. Einer, Robert Haase, hätte gar die Traumnote 1,0 geschafft. „Wie man das hinkriegt, ist mir ein Rätsel“, scherzte Lehmann, der wie immer Wert darauf legte, bei der Vergabe der Zeugnisse jedem einzelnen Schüler einige persönliche Worte zu sagen.

Doch zunächst gab es zahlreiche Grußworte, unter anderem von Dieter Sogorski. Der Pastor der Domgemeinde konnte seine große Freude darüber, dass derzeit im Dom Falken brüten, nicht verstecken. Er freue sich auf den Tag, an dem die Jungvögel zum ersten Mal ihr Nest verlassen würden, um zu fliegen. Und auch den Abiturienten wünschte er „gute Flugerfahrungen“ und „dass ihr eure Kreise nicht einsam am Himmel ziehen müsst.“

Gute Wünsche gab es außerdem aus dem Schulelternrat, dem Schulverein, dem Verein der Ehemaligen, Landrat Peter Bohlmann sowie – und das war eine Premiere – aus dem Jahrgang, der 50 Jahre zuvor sein Abitur am Domgymnasium gemacht hatte. Über diese Gäste freuten sich die Schüler besonders, das betonten Annelies Boinski und Finn Rehbock, die die Feier ausgesprochen charmant moderierten.

Die ersten Tränen flossen, als Jahrgangskoordinatorin Regina Berndt ihre berührende Rede zum Thema „Heimat“ hielt. Ebenso ans Herz gingen die Musikstücke, die der Junge Kammerchor für diesen Tag ausgewählt hatte, sowie der gefühlvolle Gesang von Mareike Schmidt, die die Abiturienten als „die schönste Stimme des Jahrgangs“ bezeichneten.

Höhepunkt war die Rede der Abiturienten Antonia Kempf und Maximilian Tyburski. Sie erinnerten sich an ihre Einschulung. „Der heutige Tag lag damals außerhalb unserer Vorstellungskraft,“ Mit ihrem Schulleiter teilten sie die Hoffnung, dass man immer irgendwie Kind bleibt. „Zum Glück wird man nicht durch irgendeinen Geburtstag oder eine Zeugnisvergabe zum Erwachsenen.“ Sie hofften für sich und ihre Mitschüler, sie mögen sich das innere Kind im Herzen bewahren, ihre Neugier und ihre Offenheit. · rei

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