„Fünf Sterne für Verden“ eine Umdenkschrift zum Verdener Karlsjubiläum 2010 ab heute im Buchhandel erhältlich

Clemens Burchhardt stellt Herzensanliegen fertig

Clemens Burchhardt.

Verden - VERDEN (nie) · Der Verdener Alt-Propst Clemens Burchhardt hat sich vermutlich selbst das schönste Geschenk zu seinem heutigen 86. Geburtstag gemacht: Erst in der vergangenen Woche hat er nach jahrlanger aufwändiger Recherche und Arbeit das Buch „Fünf Sterne für Verden eine Umdenkschrift zum Verdener Karlsjubiläum 2010“ fertiggestellt. Ab dieser Woche ist das Werk zum Preis von 9.80 Euro im örtlichen Buchhandel erhältlich.

„Diese Schrift ist mir ein Herzensanliegen“, so der langjährige Verdener Propst, der mit dem Buch das, wie er sagt, wahre, heilige und leider verschwiegene Verden in den öffentlichen Fokus rücken möchte. „Es ist endlich ein Umdenken notwendig. Wer sich auf die Geschichte dieses uralten Ortes Verden einlässt, wird die Erfahrung sammeln müssen, dass es sehr unterschiedliche Auffassungen über den Zeitablauf von rund 2000 Jahren gibt.“

Diesem Tatbestand stelle er sich, indem er in aufrichtiger Suche nach der Wahrheit, ihr allein gewissenhaft verpflichtet, bleibe. Clemens Burchhardt ist kein Historiker von Beruf, aber er ist leidenschaftlich forschend und unendlich wissenshungrig fragend nach dem, was die Welt nicht nur im ganz Großen, sondern gerade im Kleinen bewegt hat und zusammenhält.

Er ist sich bewusst, dass Verden nicht der Nabel der Welt ist. „Das Große spiegelt sich im Kleinen wieder, auch mit Eintrübungen“, sagt er. Und so schlägt er irritiert die Augen auf, wenn ein Jahrhundertereignis, nämlich der fünfte Besuch Kaiser Karls in Fardi (Verden) im Jahre des Herrn (d.i. Jesus Christus) 810 unbemerkt, unterschlagen oder in gelenkter Tendenz umgedeutet wird. Und das Buch dient zugleich der Rehabilitation des Kaisers, der seit Jahrzehnten zu Unrecht als Sachsenschlächter verunglimpft werde. „Diese „Legende“ ist eine Tragödie für Verden. Sie wiegt schwer, zumal sie sich hartnäckig, weit über die Stadt- und Landesgrenzen hinaus, hält“, bedauert der Propst. In weiten Teilen der Bevölkerung werde der Sachsenhain mit der Hinrichtung von 4500 Sachsen durch Karl den Großen im Jahr 782 in Verbindung gebracht. Tatsächlich handele es sich jedoch nicht um einen Ort sächsischer Geschichte. Burchhardt: „Der Sachsenhain mit den 1935 entlang des Rundweges aufgestellten 4500 Findlingen dokumentiert ausschließlich den Versuch der Nationalsozialisten, die Geschichte propagandistisch umzudeuten.“ Und ihre geistigen Erben täten das bis heute, wenngleich Verden tragischerweise auf der „Schlächter-Version“ sitzen geblieben sei.

In seinem Buch „Umdenkschrift zum Verdener Karls-Jubiläum“ räumt Burchhardt couragiert mit dieser, wie er es nennt, „Mär“ auf und „malt“ ein gänzlich anderes Karls-Bild. Dafür hat Burchhardt lang und vor allem äußerst sorgfältig nachgeforscht und eine Fülle von wichtigen Details zusammengetragen.

„Karl der Große war um eine christliche Bildung bemüht. Er förderte die Gründung und den Unterhalt christlicher Schulen und führte den Pfarrzehnten ein, der den Gemeinden eine wirtschaftliche Grundlage sichern sollte.“ Vom damaligen Papst wurde Karl „der geliebte Sohn der Kirche Christi“ genannt. Wichtig anzumerken, dass Clemens Burchhardt auch darüber nicht hinweg sieht, dass Karl bei aller persönlichen Frömmigkeit und der Förderung des Glaubens auch ein Herrscher war, der nicht vor kriegerischen Taten zurückschreckte, wenn er sie – wie im sechsten Jahrhundert üblich – für angemessen hielt.

Abschließend müsste selbst der größte Karl-Kritiker unzweifelhaft eingestehen, dass die Karolinger keinen Herrscher mehr auf den Kaiserthron brachten, der auch nur annähernd das Format und die Herrschergabe Karls hatte.

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