In 16 Jahren die kleine Ottersberger Fachhochschule überlebensfähig gemacht: Kurator Albrecht Lampe verabschiedet

Mit Charme, Satire und Hartnäckigkeit

Mit dem Gelben Trikot der Fachhochschule, Energieriegeln und der Goldenen Mensa-Card verabschiedeten sich die Verwaltungsmitarbeiterinnen Nicole Woelk (li.) und Ingrid Engelhardt von ihrem rennradelnden Chef und Mensaessen-Fan Albrecht Lampe.

Ottersberg - (pee) · Als wirtschaftlicher Leiter der Freien Fachhochschule für Kunsttherapie und Kunst in Ottersberg firmierte Albrecht Lampe fast 16 Jahre lang mit zwei Titeln: Geschäftsführer und Kurator. Ersteren trägt künftig Ralf Greif. Der Kurator aber als Inbegriff für den, der sich sorgt, der sich kümmert, verschwindet aus dem Sprachgebrauch der Hochschule. Er geht zusammen mit seinem personifizierten Inhalt, mit Albrecht Lampe. Der fast 65-jährige Bremer verabschiedet sich aus einem filmreifen Berufsleben in einen facettenreichen Unruhestand als Rennradler, Objektkünstler, Chorsänger, Zitatensammler, Weltreisender, sozial engagierter Mensch...

Bei seiner offiziellen Verabschiedung am Mittwochabend in der Fachhochschule ehrten Kollegen, Freunde und Wegbegleiter Albrecht Lampe mit einem Feuerwerk an zündenden Beiträgen. Voll Esprit, Wortwitz und mit Musik beleuchteten sie Wesen, Wirken und Wirkung der charismatischen Persönlichkeit Lampes und brachten vor allem eines zum Ausdruck: Allergrößte Wertschätzung und Zuneigung für den Mann, der die ehemals exotische Kunststudienstätte vermutlich vor dem Ruin rettete und sie als kleine Hochschule überlebens- und zukunftsfähig machte. „Geldjäger mit einer sensationellen Mischung aus Charme und Hartnäckigkeit“ nannte Verwaltungsmitarbeiterin Nicole Woelk ihren Chef augenzwinkernd.

Nachdem er hier auf „diffuse betriebswirtschaftliche und personelle Verhältnisse“ getroffen sei, wie Rektor Prof. Peer de Smit nett formulierte, habe Albrecht Lampe die Fachhochschule „in mehr als 15 Jahren positioniert und professionalisiert“. Als wichtigste Neuerung, die Lampe durchgesetzt habe, nannte der Rektor „die Umwandlung eines schläfrigen Trägervereins in eine gemeinnützige GmbH mit aufgeweckten Kooperationspartnern“. Die Realisierung und Finanzierung umfassender Neubauten, den Anschub des Studienhilfsfonds’, studentischer Initiativen und zahlreicher Forschungsprojekte seien Verdienste von Lampe. Bei der Geschäftsführung, so Prof. de Smit, habe Lampe nie nur die Zahlen gesehen, sondern immer die Personen und Projekte dahinter, und alles gefördert, was Bewegung versprach. Ein Kurator eben.

Die Öffnung der Fachhochschule nach außen, die Bindung von Menschen durch die Form der gemeinnützigen GmbH sei Lampes größter Verdienst, sagte Dr. Werner Rabus, Vorstandsvorsitzender der Hochschulträgergesellschaft. Die wirtschaftliche Führung der Hochschule sei in der Ära Lampe hervorragend gewesen, und Rabus blieb nur noch ein Wunsch: „Werden Sie Finanzminister des Landes Niedersachsen!“

Dass da Amtsinhaber Möllring was dagegen haben könnte, mutmaßte CDU-Landtagsabgeordneter Axel Miesner, der sich wie Referatsleiterin Birgit Clamor aus dem Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur bei Albrecht Lampe für die lange Zusammenarbeit bedankte, in deren Verlauf dank Lampes unermüdlichem Einsatz die staatlichen Zuschüsse für die kleine Hochschule sukzessive angewachsen seien. Der Ottersberger Ratsvorsitzende Helmut Prossner schloss sich mit einer launigen Rede und der Überreichung des kunsthandwerklichen „Ottersberger Öko-Pilzes“ an, da er sich nicht mit dem Wappenteller habe blamieren wollen.

Die Studentenvertretung dankte für Lampes großen Einsatz für die studentischen Bedürfnisse und seine leidenschaftliche Förderung des sozialen Lebens. Lampes Wirken im Paritätischen Wohlfahrtsverband Niedersachsen würdigte Vorstandsvertreter Sebastian Böstel. Auch hier habe Lampe mit seinem Verständnis von sozialer Bildung und als „rhetorisch brillanter Wortkünstler mit deutlichem Talent für Satire“ viel bewegt.

Lampes internationales und interkulturelles Engagement schilderte Egbert Hulshof, Dekan der Hochschule Arnheim/Nimwegen, untermalt mit den von Lampe geliebten satirischen Spruchweisheiten. Für viel Heiterkeit sorgten die hektisch blinkenden Organigramme, mit denen Prof. Dr. Gabriele Schmid grandios die Beweglichkeit des Kollegen Kurator demonstrierte. Der, tief gerührt, verabschiedete sich mit einem Rat aus seiner Sammlung: „Denkt dran, durch Bewegung wird das Instabile stabil.“

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