Orff-Aufführung in der Stadthalle endet mit minutenlangem Applaus / Susanne Gläß bekommt Sonderbeifall

Carmina Burana verzaubert das Publikum

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Der Chor der Universität Bremen feierte in der Stadthalle sein zehnjähriges Bestehen.

Verden - Von Ilse Walther. Sein zehnjähriges Bestehen feierte der Chor der Universität Bremen mit einer großartigen Aufführung der „Carmina Burana“ von Carl Orff in der voll besetzten Stadthalle.

Gemeinsam mit dem Orchester der Universität und der Bremer Kinder- und Jugendkantorei, (Einstudierung Ilka Hoppe) und Solisten unter der Leitung von Susanne Gläß wurde das bekannteste Werk des Komponisten zum Erlebnis.

Carl Orff hat bekanntlich die seinerzeit in Benediktbeuren gefundenen zum Teil sehr deftigen, dann aber auch innigen weltlichen Gesänge für ein außergewöhnliches Instrumentarium vertont, in dem neben den Streichern viele Holz-und Blechblasinstrumente gemeinsam mit einer Celesta, dem Tamtam, der großen Trommel, Altarglocken, einer Schiffsglocke und umfangreichem sonstigem Schlagwerk zu hören sind.

Dieses große Orchester, in dem neben Profimusikern und Studenten auch viele Laien mitspielen, begeisterte und riss mit. Da wurde sauber, sicher und farbig musiziert, die rhythmischen Finessen mit häufigen Synkopen und herrlichen Bläsersoli, dichten Streicher- und zupackenden Bläserpassagen waren gekonnt. Auch im Chor singen viele Laien neben den Studenten und Dozenten, sprachlich auch in raschen Teilen intensiv gestaltet. Beide Ensembles waren von Susanne Gläß perfekt vorbereitet worden.

Grandios war schon der Beginn mit dem markanten Paukenschlag und dann dem prächtigen Lob auf die Göttin Fortuna. Warm und intensiv gelangen auch die liebevollen Schilderungen des Frühlings, der in einem hymnischen Gesang endete. Die Liebesspiele zwischen Männern und Frauen wurden genüsslich geschildert, und hier sang der großartige Bariton Thomas Mohr das erste seiner diversen Soli mit großer, ausgereifter, farbiger und substanzreicher Stimme, die sowohl in der fülligen Tiefe wie später im ganz hohen Bereich, im Falsett, einfach bestechend waren.

Er brachte im weiteren Verlauf auch den trunksüchtigen Abt mit seinen köstlichen Hicksern perfekt und auch mit Ironie. Die Frauenstimmen gefielen in den warmen Liedern wie „Chume, geselle min“ und wie sie den Krämer um Schminke bitten. Überaus temperamentvoll gelangen den Herren die deftigen Gesänge in der Taverne mit dem hinreißenden Baritonsolo.

Und dann der brillante Tenor Clemens Löschmann mit dem so tragischen Klagegesang eines Schwanes, der gerade über dem Feuer geröstet wurde. Einfach umwerfend war sein perfektes Falsettieren, und das mit intensivster und ausdrucksstarker Klangfärbung, bedauert vom Männerchor mit dem „Miser“. Deftige und Liebeslieder folgten abwechselnd, wobei allerdings der Männerchor mit seinem Sauflied vom Fortissimo des Orchesters etwas zugedeckt wurde. Wunderschön dicht sang auch die Kinder- und Jugendkantorei, und das alles auswendig. Stephanie Henke gestaltete mit ihrer reifen, blühenden Stimme ihre Sopransoli wunderbar klar bis in teilweise sehr hohe Partien, aber auch innig und figurenreich. Die Aufführung endete im gewaltigen Forte begeisternd mit dem erneuten Lobgesang auf die Göttin Fortuna.

Dann gab es beim Publikum kein Halten mehr, es feierte das große Ensemble und die großartige Susanne Gläß, die alles so inspirierend und mitgehend dirigiert und zusammengehalten hatte, mit minutenlangem Applaus, stehenden Ovationen und Bravorufen, in die auch die Leiterin der Kinder- und Jugendkantorei Ilka Hoppe mit einbezogen wurde. Ein großer Konzertabend.

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