120 Kirchlintler Oberschüler nehmen Abschied / Rührende Momente und originelle Ideen

„Bye bye, Lindhoop Hills“

Bevor die Schüler ihr gefühlvolles Abschiedslied singen konnten, mussten sie erst ein paar Mal kräftig schlucken. Sie waren sichtlich gerührt.
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Bevor die Schüler ihr gefühlvolles Abschiedslied singen konnten, mussten sie erst ein paar Mal kräftig schlucken. Sie waren sichtlich gerührt.

Kirchlinteln - KIRCHLINTELN. „Mein Name ist Forrest. Forrest Lindhoop.“ Der alte Mann, der nach vielen Jahrzehnten nach Kirchlinteln zurückgekehrt ist, muss feststellen, dass sich in seinem Heimatdorf viel verändert hat. Kein Wunder, dass er es sich erst einmal auf der Parkbank bequem machen muss, mit der guten alten Tageszeitung und einer Schachtel Pralinen. Das war eine wirklich entzückende Idee, die die Kirchlintler Abschluss-Schüler da gestern in ihrem äußerst unterhaltsamen Programm umgesetzt haben.

Schulleiterin Judith Fahlbusch-Schmidt verabschiedete 120 Oberschüler. Sie freute sich, dass 38 von ihnen, 40 Prozent, beim Verlassen des Gebäudes ihren erweiterten Realschulabschluss in der Tasche hatten. 49 Schüler schafften den Realschul-, sieben den Hauptschulabschluss. Den erreichte auch eine Schülerin der Liekedeeler-Schule.

Fahlbusch-Schmidt, die zum ersten Mal einen Lindhoop-Jahrgang verabschiedete, hielt eine humorvolle Rede, in der sie erklärte, wieso es so schwierig ist, Jugendliche zum Lernen zu motivieren. Sie erklärte anhand der Skizze eines Gehirns, wie viel Raum in einem Schülerkopf Facebook, SMS schreiben, Chillen und Hormone einnehmen. „Aber keine Sorge, irgendwann entwickelt sich das dann doch noch in die richtige Richtung“, sagte sie.

Bürgermeister Wolfgang Rodewald zeigte sich beeindruckt, dass auch in einem Jahr voller Veränderungen, mit einer frischen Schulleitung, ungewohnten Unterrichtskonzepten und einigen neuen Lehrern noch genügend Zeit geblieben war, so eine beeindruckende Feier zu organisieren. Er riet den Schülern: „Lasst Euch nicht entmutigen, wenn irgendwas mal nicht beim ersten Anlauf klappt.“

Elke Eggers, 1. Vorsitzende des Vereins emforce, machte den Schülern deutlich, welch ein „wertvolles Gut“ sie für den aktuellen Arbeitsmarkt darstellten. Und Pastorin Anja Niehoff hatte vor allem zwei Wünsche für die Zukunft der jungen Kirchlintler: „Bleibt bei Trost“ und „Habt Hoffnung.“

Nach den Grußworten bewiesen die Schüler eindrucksvoll, dass man sich um ihre Zukunft wenig Sorgen machen muss. In ihrem bunten Programm zeigten sie, dass sie weitaus mehr beherrschen als nur Facebook und Chillen: Humorvoll nahmen sie in einer „Lehrermodenschau“ ihre Pädagogen auf die Schippe oder überraschten auf der Bühne mit ihren guten Plattdeutsch-Kenntnissen. Und ihre Tanzkünste? Die können sich im Club ebenso sehen lassen wie auf dem Schützenfest. Das beeindruckte dann sogar den alten Forrest Lindhoop auf seiner Parkbank.

Singen können die Lindhoop-Schüler sowieso. Das bewies schon zum Einstieg Stephanie Zitelmann mit eine Gänsehaut-Version von Chers „Believe“. Spätestens beim traditionellen, selbst gedichteten Abschlusslied, in diesem Jahr einer rührenden Version des Stückes „Hollywood Hills“ von Sunrise Avenue, hatten alle, inklusive der zahlreichen Gäste, einen Kloß im Hals: „Bye bye, Lindhoop Hills / I‘m gonna miss you / Wherever I go“. · rei

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