53-Jährige wurde schwer verletzt / Tier nach Hannover eingeschickt / Vorfall bundesweit in der Presse

Bussard-Angriff ungewöhnlich

Mit Bussarden ist zwar nicht zu spaßen, doch Angriffe auf Menschen sind extrem selten.

Verden - (jnk) · Am Donnerstagmorgen wurde eine 53-jährige Frau in Dauelsen von einem Bussard angegriffen und schwer verletzt (wir berichteten). Da das Tier nicht von der Frau abließ, musste es getötet werden.

Der  tote Vogel ist nun in die Tierärztliche Hochschule Hannover eingeschickt worden. Dort werde geprüft, ob das Tier krank gewesen sei, sagte Jürgen Menzel, Pressesprecher der Polizei Verden, auf Anfrage.

Das Verdener Veterinäramt ließ verlauten, dass noch keine näheren Erkenntnisse vorlägen und daher eine Aussage nicht zu treffen sei. Man könne nur sagen, dass das Tier abgemagert gewesen sei. Warum der Greifvogel angegriffen hat und wieso er abgemagert war, werde in Hannover geklärt.

Dass Greifvögel aus der Luft im Sturzflug angreifen, passiert immer wieder, doch dieser Angriff vom Boden aus ist so ungewöhnlich, dass die Presse bundesweit darüber berichtete.

Joseph Faensen von der Tierärztlichen Klinik für Kleintiere in Etelsen, an die auch eine Greifvogelstation angeschlossen ist, zeigte sich überrascht. „Ich bin seit 30 Jahren in meinem Beruf, aber so etwas habe ich noch nicht erlebt“, so Faensen. Ähnliche Angriffe seien sonst eher beim Einfangen normal: „Wenn man versucht, geschwächte Tiere aufzunehmen, legen sie sich auf den Rücken.“ Anschließend würden sie sich mit ihren Krallen verteidigen.

„Ich verwende beim Einfangen eine Decke und richtige Falknerhandschuhe“, so Faensen weiter. Als Nahrung würden flugunfähigen Greifvögeln vor allem Würmer und Käfer dienen, allerdings würden sie auch Tiere fressen, die im Straßenverkehr ums Leben gekommen sind. Dadurch würden sich die Vögel wegen des Verkehrs allerdings selbst gefährden.

Bei Greifvogelangriffen empfiehlt der Experte Hilfeleistenden grundsätzlich, nach Möglichkeit Lederhandschuhe zu benutzen. Außerdem gehe vom Schnabel weniger Gefahr aus, als von den weitaus kräftigeren Krallen: „Wenn sich die Krallen festgebohrt haben, bekommt man sie auch nicht mehr auf, ohne dem Vogel wehzutun“, so Faensen, „selbst nach dem Tod des Vogels ist nicht sicher, dass er loslässt.“

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