Initiative in Kirchlinteln muss Standort wechseln / Luttumer Schuldach nicht geeignet / Start im nächsten Monat

Bürgersolaranlage auf dem Maststall

Neuer Standort: Stephan Jeite vor dem Maststall, der die Solaranlage tragen soll.

Kirchlinteln - (wb) Im August soll die erste Kirchlintler Bürgersolaranlage ans Netz gehen. Allerdings nicht, wie geplant auf dem Dach der Grundschule Luttum sondern auf dem Dach eines landwirtschaftlichen Gebäudes in Kirchlinteln. Grund seien „bauliche und formelle Hindernisse“, erklärt Stephan Jeite aus der Gruppe der Initiatoren.

Im Mai hatten 17 Gesellschafter die „Bürger-Energie-Gemeinschaft Kirchlinteln GbR (mbH)“ gegründet, um auf einer der Dachflächen der Luttumer Grundschule eine 33 Kilowatt-Peak (kWp) Photovoltaik-Anlage zu installieren. Die Gesamtkosten wurden mit 125  000 Euro beziffert. Während der Sommerferien sollte die Anlage errichtet werden.

Der Verwaltungsausschuss hatte bereits grünes Licht gegeben, doch dann wurde die beschränkte Haftung der Gesellschaft zum Problem. Denn laut Statuten haften die Gesellschafter nur bis zur Höhe ihrer Anteile, nicht aber mit dem Privatvermögen, erklärte Jeite.

Eine weitere Hürde kam hinzu: Das Dach hätte die zusätzliche Belastung mit einer Photovoltaikanlage nicht getragen. Die notwendige Statik hätte neu berechnet, dann geprüft und schließlich noch genehmigt werden müssen. „Dann wäre die Anlage dieses Jahr nicht mehr ans Netz gegangen“, prognostizierte der Kirchlintler.

Gebaut wird nun woanders, und zwar auf dem Maststall von Joachim Köhler neben der Biogas-Anlage. Der überwiegende Teil der Gesellschafter habe sich für dieses Alternativprojekt ausgesprochen. Drei oder vier Gesellschafter seien jedoch ausgestiegen, erklärte Jeite, weil für sie neben dem Umweltgedanken und den zu erwartenden Gewinnen durch die Stromproduktion auch der Aspekt, dass die Anlage auf ein Schuldach gebaut werden sollte, ein Grund für ihre Beteiligung war. So war es auch geplant, ein Display zu installieren, an dem die Schüler hätten ablesen lassen können, wie viel Strom gerade produziert und CO2 eingespart wird. „Schade dass wir dieses auch pädagogisch zu bewertende Projekt nicht kurzfristig realisieren konnten“, so die Meinung von Geschäftsführer Paul Hermann Krahl und Hermann Ramme. „Vorrangig sehen wir aber das Ziel, die Anlage mit Bürgerbeteiligung zu bauen und für umweltfreundliche Stromerzeugung zu werben“, betonen die Verantwortlichen.

Der Antrag an die EWE ist gestellt und der Auftrag für die Montage der Anlage ist bereits erteilt. Bei der Anlage handelt es sich um eine Dünnschicht-Anlage mit 33 kWp. Die Gesamtkosten belaufen sich auf rund 95 000 Euro. Zur Zeit gibt es 18 Gesellschafter, Anteile in Höhe von insgesamt rund 8000 Euro (Mindesteinlage) können noch erworben werden. Dass man hierfür noch umweltbewusste Investoren findet, davon zeigt man sich genauso überzeugt, wie von der Inbetriebnahme im kommenden Monat.

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