Gefährdungspotential „aktuell als nicht so hoch eingeschätzt“

Bürgerinitiative mit TV und eigener Geologin unterwegs

Auch ein Team vom Bayerischen Rundfunk interessiert sich jetzt für die Vorkommnisse rund ums Gasfeld Völkersen.
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Auch ein Team vom Bayerischen Rundfunk interessiert sich jetzt für die Vorkommnisse rund ums Gasfeld Völkersen.

Völkersen - Bereits am Dienstag war die Bürgerninitiative (BI) „No Fracking“ aus Völkersen den ganzen Tag in Sachen Lagerstättenwasser unterwegs. Im Schlepptau befand sich Petra Laußat, eine Fachfrau in Sachen Geologie und Sanierung von kontaminierten Flächen aus Berlin, die die BI auf eigene Kosten hinzugezogen hatte. Nach dem Motto „Vertrauen ist gut - Kontrolle ist besser“, sollte sie alle getroffenen Aussagen neutral beurteilen. Schließlich standen Treffen mit Landrat Peter Bohlmann sowie Vertretern der RWE Dea an.

Um 10 Uhr traf man sich zunächst mit Landrat Peter Bohlmann und Richard Zorn vom Fachdienst Wasser und Abfall sowie Langwedels Bürgermeister Andreas Brandt, um zu klären, wie sich die Situation mit der defekten Lagerstättenwasserleitung aus Sicht des Landkreises darstellt.

Man kam gemeinsam zu der Überzeugung, dass der Leitungsdefekt große negative Folgen gerade für das Grundwasser haben kann. Für eine detaillierte Beurteilung der Situation sei es aufgrund noch nicht ausreichend vorliegender Messergebnisse zu früh. Jedoch bliebe festzuhalten, das die Rohrleitung als ungeeignet bezeichnet werden kann. Man schaue vom Landkreis der RWE Dea aber mit „Argusaugen auf die Finger“.

Ein Fernsehteam vom Bayrischen Rundfunks (Report München), das Thomas Vogel und die Leute der Bürgerinitiative den ganzen Tag begleitete, interessierte sich vor Ort später besonders für einen Lkw, der gerade zur Scharnhorster Verpressstelle fuhr.

Um 17 Uhr traf man sich mit Vertretern der RWE Dea im Förderbetrieb in Schülingen. Dies war eines der im Vorfeld für die Zukunft regelmäßig vereinbarten Treffen.

Dort wurden von den Geologen Hanno Paetsch und dem von der RWE neu hinzugezogenen Nils-Christian Lund Messergebnisse und deren Einschätzung preisgegeben.

Es sieht, laut den Beiden so aus, dass von einer zwar flächigen, aber um das Leitungsrohr örtlich begrenzter dafür allerdings teilweise sehr hohen Verunreinigung des Bodens ausgegangen werden muss.

An den durch ein Verfahren Namens Direct Push beprobten Stellen wurden 500 bis 3200 Mikrogramm Benzol gemessen. An einigen Stellen lag das Messergebniss aber auch darunter bzw. es wurde kein Benzol festgestellt. Sorge bereitet auch den RWE Dea-Verantwortlichen die Belastung bis in fünf Meter Tiefe und darüber hinaus.

Diese Messung soll durch weitere Tiefenbeprobungen genauer unter die Lupe genommen werden. Über die LUFA (ein Unternehmen der Landwirtschaftskammer) soll eine Pflanzenanalyse erfolgen. Insgesamt benötigt man zur Untersuchung der gesamten, gut 20 Kilometer langen Leitung etwa zwei Monate. Erst danach könne man ein Sanierungskonzept erarbeiten, so die RWE-Vertreter gegenüber der Bürgerinitiative.

Stichprobenartige atmosphärische Messungen ergaben keine Luftbelastungen in den betroffenen Bereichen. Das Gleiche gelte auch für ortsnahes Oberflächenwasser. Auch über eine endgültige Stilllegung der Leitungen und eine dezentrale Reinigung an den jeweiligen Förderstellen werde später entschieden.

Der Internetauftritt „Bürgerinfo“ sei fertig, so RWE-Pressesprecher Derek Mösche und müsse nun nur noch freigeben werden. Es sollen alle Messdaten - auf einer Karte verzeichnet - den Bürgern zur Verfügung gestellt werden.

Ab 19 Uhr fand eine Versammlung der Bürgerinitiative in Völkersen statt. Rund 130 Zuhörer und Aktive der BI waren anwesend. Eine wichtige Forderung aus dem Publikum war die Beprobung aller Privatbrunnen im Einzugsbereich der Lagerstättenwasserleitung. Die RWE hat mit den direkten Anwohnern diesbezüglich schon Kontakt aufgenommen.

Petra Laußat gab eine Einschätzung der Situation aus ihrer Sicht und beschrieb das direkte Gefährdungspotential für Mensch und Tier, das aktuell als nicht so hoch eingeschätzt wird.

Betont wurde von der Völkerser Bürgerinitiative, dass man sich als Interessensvertreter der Einwohner aus dem Bereich des gesamten Gasfeldes Völkersen versteht, also auch die Bereiche Langwedel, Holtebüttel, Scharnhorst und so weiter umfasst.

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