Reges Interesse an Informationstreffen / Bedarfsermittlung nötig

Bürgerbus „anschieben“

Der Kirchlintler Bürgerbus, das Vorbild für ein Thedinghauser Modell, wurde von den Besuchern des Informationstreffens ausgiebig in Augenschein genommen.

Thedinghausen - THEDINGHAUSEN/SAMTGEMEINDE (ha) · Dass in der Samtgemeinde Thedinghausen grundsätzlich ein Interesse an der Einführung eines Bürgerbusses besteht, wurde auf der jüngsten Informationsversammlung der örtlichen Senioren- und Behinderteninitiative deutlich.

Rund 50 Interessierte waren gekommen, um sich einen Überblick zu verschaffen und den Kirchlintler Bürgerbus in Augenschein zu nehmen, der als Modell für eine eventuelle Thedinghauser Anschaffung dient. Hintergrund der Initiative ist die Tatsache, dass vor allem ältere Mitbürger in den kleinen Ortschaften wie Horstedt, Beppen oder Oiste, die nicht auf einen Pkw zurückgreifen können, von wichtigen Versorgungseinrichtungen wie Ärzten oder Supermärkten abgeschnitten sind. Der Thedinghauser Seniorenbeauftragte Dietrich Daude: „Das führt mitunter so weit, dass die Betroffenen aus dem Ort, in dem sie sich eigentlich wohl fühlen, in größere Einheiten umziehen müssen.“

Da könnte ein Bürgerbus Abhilfe schaffen. Die Kirchlintler Betreiber wiesen aber auch deutlich auf die Knackpunkte hin. Das fängt bei den Kosten von rund 100 000 Euro für einen derartigen behindertengerechten Bus mit neun Plätzen an. Die Initiative ist letztlich auf Sponsoren angewiesen.

Zweites Problem sind die Fahrer. Sie brauchen zwar „nur“ einen Führerschein und ein Gesundheitszeugnis, man ist aber auf ehrenamtliche Mitarbeiter und auf das Engagement der Bürger angewiesen. Wie Stefan Bendrien vom Zweckverband Verkehrsverbund Bremen/Niedersachsen erläuterte, halte er die Ergänzung des öffentlichen Personen-Nahverkehrs durchaus für sinnvoll und sähe darin keine Konkurrenz. Allerdings müsse darauf geachtet werden, dass der Bedarf an potenziellen Nutzern und vor allem ihre möglichen Fahrstrecken im Vorfeld genau ermittelt werden. Eine solche Erhebung sei unentbehrlich, denn eine Mindestfahrgastzahl sei für einen effektiven Betrieb nötig.

In den Listen, die während des Informationstreffens auslagen, bekundeten bereits einige Besucher ihr Interesse an einer Mitarbeit, um den Bürgerbus „anzuschieben“. Zudem steht Dietrich Daude unter 04204/7306 für Informationen und Anregungen bereit.

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Unterwegs im Unesco-Welterbe Augsburg

Unterwegs im Unesco-Welterbe Augsburg

Schlüsselzeuge Sondland bringt Trump in schwere Bedrängnis

Schlüsselzeuge Sondland bringt Trump in schwere Bedrängnis

Razzia gegen "Hawala-Banking"

Razzia gegen "Hawala-Banking"

Nienburg: Dach für Eisbahn steht schon 

Nienburg: Dach für Eisbahn steht schon 

Meistgelesene Artikel

Die Erde bebt in Verden - viele Bürger wählen Notruf

Die Erde bebt in Verden - viele Bürger wählen Notruf

Bis 2021 sollen drei neue Kitas stehen

Bis 2021 sollen drei neue Kitas stehen

Schöne Erinnerungen an die Abizeit

Schöne Erinnerungen an die Abizeit

„Wellness-Tempel Haferkorn“: Chaos und viel Situationskomik

„Wellness-Tempel Haferkorn“: Chaos und viel Situationskomik

Kommentare