Mitte Juni geht es am „Kieker“ richtig los / Bis Jahresende soll das Schmuckstück fertig sein

Bürger packen im Moor mit an

Traumhafte Miniaturwelt mitten im Moor: Dieses liebevoll hergestellte Modell sucht übrigens einen neuen Ausstellungsort.

Kirchlinteln - KÜKENMOOR (wb) · Die Baugenehmigung für den Moorkieker in Kükenmoor ist da, und 85 Prozent der Gesamtkosten in Höhe von 101 000 Euro sind durch Spenden, Gemeinde und GLL (Behörde für Geoinformation, Landentwicklung und Liegenschaften) gedeckt. Jetzt heißt es für die Bürger in die Hände zu spucken, denn durch Eigenleistung will man die verbleibenden Kosten von 15 000 Euro einsparen.

„Diese Summe können die Leute aus Kükenmoor und Verdenermoor durch ihren packenden Ehrgeiz leicht selber aufbringen“, so die motivierende Worte von Ingenieur Helge Kirchhöfer bei der jüngsten Sitzung am Montagabend im Kükenmoorer Schützenhaus.

Es sind Boden- und Pflanzarbeiten zu erledigen, Zäune zu setzen, Bänke zu errichten, Bäume zu fällen. Alleine für den letzten Punkt hat man 3000 Euro Kosten einkalkuliert, die man sparen kann, wenn sich einige Hobby-Holzfäller finden. Am stärksten schlägt das Aufstellen der Bauwerke, beispielsweise einer Schutzhütte, mit 6850 Euro zu Buche. Hier können die Bürger ebenfalls mit anpacken, wenn auch einer zu bedenken gab, dass das Moor mit seinen Tücken gerade beim Herstellen eines Fundamentes nicht zu unterschätzen sei.

Der erste Entwurf wurde vor drei Jahren vorgestellt. In 17 Arbeitskreissitzungen entstand daraus der Moorkieker mit seinem jetzigen Stand. Es solle ein Dorfplatz werden, wie man ihn sich schon lange wünsche, der aber zugleich einen gewissen Repräsentationscharakter hat. Das Areal umfasst knapp 10 000 Quadratmeter. Wie es nach der Fertigstellung aussehen soll, zeigt ein beeindruckendes Modell, für das man gerade einen neuen Standort sucht. Allerdings müssen die Arbeiten vor Ort bald losgehen, denn um keine bereits bewilligten Gelder, beispielsweise von Stiftungen zu verlieren, muss der Moorkieker definitiv zum Jahresende fertig sein.

Im Januar wurde der Flächennutzungsplan genehmigt. Die Baugenehmigung liegt seit 11. März vor. „Wir als Gemeinde hätten das Projekt auch gerne schneller realisiert“, so Bürgermeister Wolfgang Rodewald zu der Entwicklung. „Aber ich freue mich, dass es jetzt endlich losgehen kann.“

Der erste Tropfen Wein sei im Glas, was er auf den Beginn der Vermessungsarbeiten vor Ort bezog. Diese mussten dann zwar schnell wieder abgebrochen werden, weil die alten Messpunkte im Moor nicht mehr zu sehen sind, aber nach Pfingsten gehe es weiter. Und um bei seinem Vergleich mit dem Weinglas zu bleiben: Jeder, der dazu beitragen will, das Glas zu füllen, nutzt die Zettel, die in Kürze an alle Haushalte in Kükenmoor und Verdenermoor verteilt werden oder meldet sich bei Heinz Bock (Telefon 04236/94070) oder Ursula Hahn (04236/487). Mitte Juni sollen die Arbeiten vor Ort dann beginnen.

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