Kinderhaus Eitze der Lebenshilfe bietet der elektronischen Konkurrenz mit einer hauseigenen Bücherei Paroli

Bücher lesen: „Je eher, desto besser“

Gerd Borchart mit den fröhlichen Leseratten in der neuen Bücherei des Kinderhauses Eitze.

Verden - Von Erika Wennhold· Das Kinderhaus der Lebenshilfe in Eitze hat wieder einen großen Schritt nach vorn getan. Gestern eröffnete Vorsitzende Doris Löwe eine Bücherei, die nach knapp zweijähriger Vorbereitungszeit ihren Betrieb aufgenommen hat. „Wenn wir an anderer Stelle ähnlich erfolgreiche Projekte voreinander bringen könnten, das wäre toll“, lobte Doris Loewe ein Team, das zunächst einige Hürden nehmen musste.

Kirsten Piontek, Gaby Kuhr, Jessica Leseberg und Corinna Ecke mussten beispielsweise erst einmal die Kollegen dazu bringen, ihre Bücher raus zu rücken. Piontek: „Es ging ja nicht darum, neue Bücher zu kaufen.“ Vielmehr sollte alles, vom Bilderbuch bis zum Fachbuch, zusammen getragen werden, um einen Zugriff auf das Lesematerial für jeden zu ermöglichen – auch für Kinder, Eltern oder interessierte Leser von außen.

Tatsächlich gibt es nun feste Öffnungszeiten. Jeden Dienstag, von 9 bis 10.30 Uhr, und jeden Mittwoch, von 10.30 Uhr bis 13.30 Uhr, hat die Bücherei im ersten Stock geöffnet. Eine weitere Hürde, die das Projektteam dank der guten Ideen, der Gelassenheit und der ehrenamtlichen Hilfe von Gerd Borchart aus Eitze nehmen konnte. Er wird die Öffnungszeiten betreuen, Ausleihkärtchen beschriften und Ordnung in den Bücherregalen halten.

Viel Engagement für ein paar Bücher, das sich bald auszahlen soll. Bereichsleiterin Elke Hannemann-Mabelson bemühte Astrid Lindgren, um die Notwendigkeit einer Bücherei im Kindergarten zu begründen: „Man muss Kindern den Weg zum Buch weisen, sonst findet es den Weg nie und wird auch nie die Welt verbessern.“

Wer meint, dies sei auch über elektronische Medien zu erreichen, der kann sich irren. Doris Löwe: „Die Bilderbuchbetrachtung gehört nachweislich zu den wirksamsten Formen der Sprachförderung im frühen Kindes alter.“ Michael Grashorn, Leiter der Eitzer Einrichtung, konnte das nur bestätigen: „Wir können nicht früh genug damit anfangen, Kinder zum Betrachten von Bilderbüchern und später zum Lesen zu animieren.“ Auch an die Kinder aus anderen Kultur kreisen müsse gedacht werden, die ihre Sprachprobleme auf diese Weise besser überwinden könnten.

Den Mädchen und Jungen im Kinderhaus der Lebenshilfe war so viel Theorie schnurzpiepegal. Als die Lesepaten Wilhelm Dunker, Katrin Koball, Anja König und Gunda Schmidtke spannende Geschichten vorlasen, waren sie mucksmäuschenstill. Und als es zum Stöbern in die Bücherei ging, waren die Gäste ganz angetan von der Lebhaftigkeit und Aufgeschlossenheit, mit der die kleinen Besucher Freundschaft mit ihrer neuen Lese-Ecke schlossen.

In einer Projektdokumentation „Bücherei im Kinderhaus Eitze“ sind alle Schritte, von der Zielsetzung 2009 bis zur Eröffnung im November 2010, nachvollziehbar. Im Vorwort heißt es: „Damit Kinder ihr Recht wahrnehmen können, erhalten sie im Kinderhaus Eitze von klein auf die Chance, sich in den verschiedensten Ausdrucksformen zu üben.“

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