Musical „Wachgeküsst“ verzaubert junges Publikum / Tolles Mitmach-Theater

Brüder Grimm treffen auf viele Märchengestalten

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Autor und „König“ Christian Berg holte bei der Aufführung im Cato-Gymnasium immer wieder Kinder auf die Bühne.

Achim - Konstantin Wecker, gemeinhin bekannt als singender Poet und Kritiker politischer und gesellschaftlicher Zustände, kann auch anders. Nämlich gemeinsam mit Christian Berg Musicals schreiben. Eines davon kam am Sonnabend in einer Veranstaltung des Achimer Kreisblattes in der Aula des Cato-Bontjes-van-Beek-Gymnasiums zur Aufführung.

„Wachgeküsst“ nimmt als Vorlage das Grimmsche Märchen von Dornröschen, das sich an einer Spindel gestochen hat und danach in einen 100-jährigen Schlaf fällt, bis ein Prinz sie wach küsst. Doch das originäre Märchen reicht Wecker/Berg natürlich nicht. Bei ihnen werden die Gebrüder Grimm selber zum Teil der Handlung.

Bisweilen allerdings scheint das Brüderpaar leicht orientierungslos, weil es sich immer wieder anderen und eigenen Märchengestalten gegenübersieht. Was hat der Froschkönig mit Dornröschen zu tun? Nichts, solange er nicht auf die Bühne hüpft und die Geschichte fortan sprunghaft vorantreibt. Und was will der siebte Zwerg von Schneewittchen plötzlich in der Kulisse?

Alleine dafür setzt es von Autor Berg, der auch den König spielt, einen Rüffel: „Raus da! Sei Du nur froh. In der ersten Fassung von Schneewittchen gab es nur vier Zwerge.“

Alles Kinkerlitzchen im Vergleich zur bösen 13. Fee, die bei der Taufe der Prinzessin nicht eingeladen war und seitdem, immerhin 18 lange Jahre, schmollt und auf Rache sinnt. Mit ihrem Spindel-Stich versetzt die Übellaunige nicht nur die Prinzessin in einen keineswegs erholsamen Tiefschlaf, sondern auch den ganzen Hofstaat. Hilfe ist schwierig, schon wegen der Rosenhecke, die sich um das Schloss rankt, aber nicht unmöglich.

Und wenn die Grimmschen Brüder Jakob und Wilhelm mal wieder drauf und dran sind, den Durchblick zu verlieren, ist ja auch noch das überwiegend kleine Publikum da. Das wird von König Berg „Mein Volk“ genannt und ist ausgesprochen pfiffig. Zur Not kommen einige Untertanen sogar auf die Bühne geeilt, um den alten Grimm mit ihren Märchenkenntnissen zu verblüffen.

„Wachgeküsst“ ist Mitmach-Theater im besten Sinn: „Schließlich“, so König Berg in gespielter Strenge an das Publikum gerichtet, „seid ihr nicht zum Spaß hier.“ Aber auch. Deswegen beklatschten die Knirpse in den Stuhlreihen neben den zwölf Liedern und der Darstellungskunst der Schauspieler auch ein wenig sich selbst. Zweifelsfrei hatten sie Anteil daran, dass die verzwickte Geschichte am Ende gut ausging.· häg

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