Oytens Runder Tisch für Demokratie stellt Aktionen gegen rechts- und linksextremistische Aktivitäten im Ort vor

Breites Bündnis für bunt statt braun

Gegen rechts- und linksextremistische Aktivitäten im Ort formierte sich in Oyten ein breites und tatkräftiges Bündnis für Demokratie.

Oyten - (pee) · Was kann Oyten den Besorgnis erregenden rechts- und linksextremistischen Aktivitäten im Ort entgegensetzen? Wie die Ausbreitung radikaler Tendenzen stoppen und Jugendliche gegen neofaschistische Anwerbeversuche schützen?

Zur Lösung dieser Fragen gründete sich im vergangenen Jahr ein Runder Tisch für Demokratie. Und der „hat mit vielen Aktiven präzise und zielorientiert eine große Ideenbreite entwickelt“, bescheinigte Fachberater Gerhard Bücker vom Landespräventionsrat den Oytener Engagierten, die am Montagabend im Rathaus ihre Arbeit vorstellten.

Eine Gruppe aktiver rechtsextremer Jugendlicher, strafbare Graffiti- und Plakataktionen und körperliche Übergriffe mobilisierten vor einem Jahr in Oyten die demokratischen Gegenkräfte. Auf die Auffälligkeiten im Ort richtete sich nicht länger nur der Blick von Polizei und Staatsschutz, sondern auch der von Politik und gesellschaftlichen Gruppen und Institutionen, die an der Erziehung und Bildung junger Menschen mitwirken. Im Sommer begann die konkrete gemeinsame Arbeit am Runden Tisch für Demokratie und gegen rechts- und linksextremistische Tendenzen vor der eigenen Haustür.

Am Runden Tisch dabei: Abgeordnete der Gemeinderatsfraktionen von SPD, CDU, FDP und Grünen, der Bürgermeister und sein Stellvertreter, Vorstandsmitglieder von TV Oyten und TSV Bassen, die Polizei, Sozialarbeiter des Fachdienstes Jugend und Familie des Landkreises, Mitarbeiter des Jugendzentrums Oyten , die Leitung des Schulzentrums, das Aller-Weser-Bündnis für Demokratie und Zivilcourage (Wabe), das Bremer Lidice-Haus und die Koordinierungsstelle des Landespräventionsrates für Demokratie-Beratungsnetzwerke gegen Rechtsextremismus.

In vier großen Runden wurden Zielsetzungen geklärt, Informationen beschafft, Aktionen geplant. „Nicht mit Eventcharakter für einen Tag, sondern nachhaltig“, betonte Moderator Gerhard Bücker, der „den Willen zur Umsetzung mustergültig“ nannte. Parallel wurden Schmierereien mit extremistischer Aussage konsequent vom „Gemeindemaler“ aus dem Ortsbild getilgt. Das zeigt bereits Erfolg: „Die Schmierereien werden weniger“, hieß es in der Runde.

Gleichzeitig griff die Aufmerksamkeit und Bewusstseinsbildung zunehmend Raum bei den Beteiligten. Beispielhaft steht dafür der TV Oyten: „Die Funktionsträger wurden sensibilisiert“, berichtete Vorsitzender Günter Block-Osmers, „als Sportverein stehen wir für ein buntes Miteinander, und wir können Gefährdete erreichen und in den Verein einbinden.“ Das Nein zu Rassismus und Diskriminierung wurde, wie Vorstandsmitglied Berta Manthey ergänzte, neu in den Verhaltenskodex des Vereins aufgenommen und mit Sportlern ab dem Jugendalter intensiv thematisiert. Plakative Banner auf Sportplatz und Homepage sind in der Planung.

Im Schulzentrum sind Lese- und Theateraktionen zum Thema in Vorbereitung. Zu den Kommunalwahlen am 11. September planen die im Rat vertretenen Parteien einen gemeinsamen Jungwähler-Aufruf („Geht hin – und wählt demokratisch!“). Beim Oytener Frühlingsfest am 10. April ist der Runde Tisch für Demokratie mit einem Stand, seinem frisch entworfenen Banner „Oyten ist bunt“ und aufklärenden Mitmach-Aktionen vertreten, „um mit den Menschen ins Gespräch zu kommen“.

Vorbereitet wurde eine Resolution der Gemeinde Oyten gegen Rassismus und für Demokratie, die der Rat in seiner Sitzung am Montag verabschieden will und „die wir alle zusammen mit Leben füllen müssen und wollen“, so Christine Hempel (Grüne). Parallel wird Montag um 18.30 Uhr im Rathaus eine Ausstellung eröffnet über Wege von Familien zur Integration. Dazu gibt es im April ein Veranstaltungsrahmenprogramm besonders für Jugendliche.

Der Runde Tisch arbeitet weiter an einem Handlungskonzept für Oyten – und an der Schärfung des öffentlichen Bewusstseins: „Kritisch werden, genau hinhören und dagegenhalten“, so formulierten es Ratsvorsitzender Siegfried Ukat und Polizeichef Jörg Wesemann.

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