Henning Pertiet und Axel Zwingenberger: Fantastischer Jahresabschluss am Klavier

Boogie-Blues-Fieber in Oyten ausgebrochen

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Axel Zwingenberger und Henning Pertiet ließen gemeinsam am Klavier ihrer Spielfreude freien Lauf. ·

Oyten - „Glühende Tasten“ waren für das Jahresabschlusskonzert von Henning Pertiet und Axel Zwingenberger am Sonnabend Samstag angekündigt und damit war dem Publikum nicht zu viel versprochen worden. Wie schon im vergangenen Jahr hatte sich eine feste Fangemeinde versammelt, die den Saal zwar nicht voll machte, sich dafür aber in bester Laune zeigte.

Schon der allererste Song, den die Meister Pertiet & Zwingenberger als Einstimmung vierhändig auf dem Piano hören ließen, erwies sich als Treffer.

Während die Finger der Musiker über die Tasten flitzten, konnten die Zuhörer ihre Gliedmaßen ebenfalls nicht still halten. Es zuckten Schultern, Füße bewegten sich wie automatisch im Takt, Köpfe wippten und Blicke verklärten sich. Das Boogie-Blues-Fieber brach aus wie eine ansteckende Krankheit.

Pertiet & Zwingenberger schienen ebenfalls in eine Art musikalische Trance zu versinken. Noten benötigten sie nicht und offenkundig auch keine Absprache. Sie spielten wie aus einem Guss, ganz hingegeben an die mitreißenden Rhythmen und zelebrierten dabei einen ganz eigenen Stil, der beide als Duo-Partner so überaus erfolgreich macht.

„In eine alkohol- und tabakgeschwängerte Kneipenatmosphäre müsst ihr Euch reindenken“, empfahl Henning Pertiet seinem Publikum, bevor er sich für einen Solopart an das altehrwürdige Klavier der Gemeinde Oyten setzte und alles aus dem Instrument rausholte, was ging.

Seine Füße, in spiegelnden Lackschuhen dienten ihm dabei als Taktgeber und auch die Beinarbeit zeigte eine beeindruckende Motorik.

Pertiet verschmolz quasi mit dem Instrument und entlockte ihm mal perlende, mal auf und abschwellende Töne, wobei sein virtuoser Boogie zu einer gekonnten Mischung aus demselben, Blues und Jazz verschmolz.

Auch Axel Zwingenberger brillierte als Solist, wobei er als sein eigener Moderator das Publikum wie nebenbei mit ein paar Informationen über seine Musik, seine Konzerte und Mitstreiter versorgte.

Ob mit Größen wie Charlie Watts oder Jack Dupree, der Sängerin Estella Vancey oder Ensembles wie der Mojo Blues Band – die Bühnen auf denen Zwingenberger unterwegs ist, sind in der Regel groß. Amerika, Frankreich, London, Österreich- überall wo Zwingenberger seine musikalischen Duftnoten setzt, reißt er sein Publikum mit.

Wie genial er als Einzelkämpfer an der Blues-Front ist, zeigte er mit einer sehenswerten Fingerakrobatik, die die Musikstücke thematisch ineinander fließen ließ. In brillanter Tonqualität zelebrierte er eine Verneigung vor dem Boogie und ließ dabei den Blues, Jazz und Rock nicht aus.

Angetan mit einem grauen Anzug und roten Schuhen als Hingucker erzählte er von Tonaufnahmen in einem uralten englischen Schafstall, gemeinsam mit Charlie Watts, dem Rhythmusherz der Rolling Stones und Dave Green.

„Chicago“ in Mind“ entstand in dieser ungewöhnlichen Location, die ein exklusives Studio ist. „Fun for Felix“ hatte er seinem Sohn gewidmet. Ein Stück, das dem Oytener Publikum begeisterte Pfiffe entlockte und „Three little Birds“, auch aus eigener Feder stand dem nichts nach.

Begeisterter Applaus belohnte die beiden Musiker, die ihrer Spielfreude an diesem Abend freien Lauf ließen. · kr

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