Zum fünften Mal „Grand Jam“ im Achimer Kulturhaus: Angela Brown, Tom Shaka und Michael von Merwyk begeistern

Blues mit einem Schuss „Yee-ha!“

Tom Shaka kombinierte seinen authentischen Blues mit Ausflügen in andere musikalische Genres. ·
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Tom Shaka kombinierte seinen authentischen Blues mit Ausflügen in andere musikalische Genres. ·

Achim - Wer glaubt, Blues sei die Art von Musik, bei der alle Songs mit „I woke up this morning“ anfangen, wurde am Freitagabend im fast ausverkauften Großen Saal des Kulturhauses „Alter Schützenhof“ eines Besseren belehrt. Denn die Musik hätte bei diesem fünften „Grand Jam“ facettenreicher kaum sein können.

Sicher – das „klassische“ Blues-Schema wurde serviert, aber auch Songs mit Einflüssen von Flamenco, Folk oder Rock ‘n‘ Roll.

Gitarrist Michael von Merwyk, der mit seinem trockenen Humor auch als Moderator durch das Programm führte, eröffnete den Abend mit einer Art E-Gitarre mit nur einer Saite auch musikalisch.

Anschließend bewies Tom Shaka, dass er den Schmerz dieser Welt nicht nur in sich trägt, sondern auch mit Stimme, Harp und Gitarre dem Publikum aus tiefster Seele entgegenschleudern kann. Dazu überraschte er aber auch mit fröhlichen Klängen, angefangen bei der technisch virtuosen spanischen Gitarre bis hin zur Eigenkomposition „Rise up Children“, mit dessen Anti-Kriegs-Botschaft er den Zuhörern alles Gute für das Jahr 2013 wünschte.

Merwyk bot mit seiner Band Bluesoul (an diesem Abend The Grand Jamz) vornehmlich ruhigere Stücke mit stetig wechselnder Instrumentenfolge – „weil es cool aussieht“, erklärte er augenzwinkernd. Aber der Blues-Musiker konnte auch anders: Etwa mit einem Cowboy-Song, bei dem er das Publikum zum „Yee-ha“ aufforderte und einer Coverversion von Depeche Modes „Personal Jesus“, allerdings an die Interpretation von Johnny Cash angelehnt.

Höhepunkt des Abends war für viele sicherlich Angela Brown aus Chicago. Mit stimmlicher und körperlicher Präsenz übernahm die Sängerin schnell das Kommando im Saal. Dabei bot sie unter anderem Bessie-Smith-Songs, darunter eine großartige Performance des „Backwater Blues“, bei dem sie sich scheinbar selbst in Blitz und Donner verwandelte statt nur davon zu singen. Aber die Sängerin wusste sich auch zurückzunehmen, nach dem Motto „singen und spielen lassen“, etwa im Zusammenspiel mit Gitarrist Merwyk oder dem Drummer der Grand Jamz, den sie mit „be my heart“ zu einem Solo aufforderte. Mit ihrer unbändigen Energie brachte Brown auch das Publikum mit einer Blues-Version von „Rock around the clock“ zum Mitsingen. Dass sich eine Blues-Lady mit Herzschmerz nicht aufhält, zeigte sie nicht nur gesanglich. Es gebe es nur eine Antwort auf eine unglückliche Liebe: „Next! (Der Nächste, bitte!)“

Nach diesem Motto gingen die Protagonisten des Abends nicht vor. Vielmehr kamen sie zu einem finalen „Grand Jam“ alle noch einmal auf die Bühne. Ein unvergessliches Konzert, das erst nach knapp dreieinhalb Stunden unter großem Applaus endete. · ldu

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