Dörverdener Rat belässt Abwassergebühr bei 2,88 Euro pro Kubikmeter / Vorlage der Verwaltung abgelehnt

Es bleibt mehr Geld im Portemonnaie

Dörverden - (mw) · Ja, ist denn heut‘ schon Weihnachten? Für die Einwohner Dörverdens trifft das in jedem Falle zu. 3,07 Euro pro Kubikmeter Abwasser wollte die Verwaltung künftig kassieren, der Gemeinderat lehnte in seiner Sitzung am Donnerstag ab und will es beim alten Satz von 2,88 Euro belassen. Damit dürfte jeder Haushalt am Ende des Jahres einen ordentlichen Batzen Euro mehr als ursprünglich gedacht im Portemonnaie haben.

Zahlreich und nicht immer einfach waren die Rechenbeispiele einzelner Ratsmitglieder zum Gebührenhaushalt. Das Publikum im Kul tursaal Berliner Straße wirkte durchaus interessiert, schaltete angesichts kaum durchschaubarer Gleichungen aber auch mal gerne ab.

Wie eine schwere Hypothek liegen die 22 Prozent Überkapazitäten des Klärwerks auf den Schultern der Gebührenzahler. SPD-Fraktionschef Heiner Falldorf schmiss bei seiner Kalkulation den Ballast über Bord. Die Einwohner dürften darunter nicht leiden, so seine Begründung. Zugleich setzte er noch Beiträge und Zuweisungen auf seine Rechnung, immerhin geschätzte 80 000 Euro. Fertig war das Modell. Als Beginn des Berechnungszeitraums der Gebühren schlug Falldorf den 1. Oktober 2009 oder den 1. Oktober 2010 vor, kam damit auf 2,84 beziehungsweise 2,87 Euro pro Kubikmeter Abwasser. „Das ist gerecht und verhältnismäßig“, so der Fraktionschef.

Preislich lag Karl Thies nahe bei seinem Vorredner, auch wenn die Berechnungsgrundlage des UWDuD-Vertreters eine andere war. In der Summe, so forderte Thies, solle es bei den bisherigen 2,88 Euro bleiben. „Das System hat sich bislang bewährt.“

Die Zahlen schwirrten hin und her. „Willkommen auf dem Basar“, formulierte Adrian Mohr. Der CDU-Chef spielte damit auf die ursprünglich von der Gemeinde eingeforderten 3,39 Euro pro Kubikmeter an. Mohr verwies erneut auf andere Kommunen, die mit deutlichen niedrigeren Sätzen arbeiten würden. „Die Überkapazitäten unserer Anlage dürfen aber nicht ausschließlich zu Lasten der Haushalte gehen.“ Deutlich wurde seinerseits, den Beitrag unbedingt unter der Drei-Euro-Grenze halten zu wollen. Da fiel es Mohr dann nicht schwer, mit SPD-Fraktions chef Falldorf handelseinig zu werden. Dass es letztendlich 2,88 statt 2,87 Euro wurden, sei der allgemeinen Basarstimmung geschuldet.

Daran störte sich insbesondere Uwe Weckmann (SPD) und stellte sich damit gegen seine Fraktion. Weckmann äußerte sein Unverständnis über den großzügigen Umgang mit den Beiträgen. „Das Geld wird uns fehlen“, betonte er. Zudem sieht der SPD-Vertreter die Gebührenkalkulation rechtlich auf unsicheren Beinen und stimmte gegen den Änderungsantrag.

Bürgermeisterin Karin Meyer hatte eingangs der Sitzung noch eindringlich für ihr Modell geworben. „Mit Rücksicht auf die Überkapazitäten, die demografische Entwicklung sowie die anfallenden Fixkosten bleibt uns gar nicht anderes übrig“, warb sie und sprach von 3,07 Euro pro Kubikmeter als „untere Schmerzgrenze“. Denn: „Alles andere tut dem Haushalt weh.“

Wie weh, das wird sich zeigen. Alle drei Jahre müssen die Gebühren neu kalkuliert werden. Unabhängig davon will der Rat sich halbjährlich über den Stand unterrichten lassen. Zustimmung fand ein weiterer Antrag der SPD, wonach die Verwaltung einen Bericht zur Kostenminimierung und Ertragssteigerung der Kläranlage vorlegen soll.

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