Klaus Brill, langjähriger Leiter der Astrid Lindgren-Schule, in den Ruhestand verabschiedet

„Bist ganz in Ordnung, Brille“

Klaus Brill (rechts) gestern als Kandidat bei „Wer wird Pensionär?“ Fritz Kesenheimer – „ich bin der Günther Jauch von Achim-Nord“ – stellte dem Ex-Schulleiter einige Fragen, Sybille Bachschuster-Lange assistierte dem Moderator.

Achim - (mm) · „Bist, glaube ich, ganz in Ordnung, Brille. Kannst bei uns bleiben.“ Dieses kumpelhafte Kompliment eines Zweitklässlers für den neuen Schulleiter zitierte gestern Bürgermeister Uwe Kellner aus dem Bericht des Achimer Kreisblatts zur Amtseinführung von Rektor Klaus Brill im August 1992. Gestern wurde der weithin anerkannte langjährige Leiter der Grundschule an der Karlstraße, die später auf seine Initiative hin den Namen Astrid Lindgren-Schule bekam, in der Aula feierlich in den Ruhestand verabschiedet.

Eigentlich habe er sich ja den Übergang in das Ruhestandsalter anders vorgestellt, sagte Brill im Beisein des Kollegiums, angeführt von der kommissarischen Schulleiterin, Konrektorin Katharina Matthes, von fast allen Achimer Schulleiterkollegen, Vertretern der Stadt und von Einrichtungen aus dem Magdeburger Viertel sowie weiteren Weggefährten. Damit spielte der 61-Jährige auf den Schlaganfall an, den er kurz vor Weihnachten 2008 erlitten hatte, und der ihn zum vorzeitigen Rückzug ins Privatleben zwang.

Mittlerweile habe er sich recht gut davon erholt, und so genieße er nun die gewonnene Freizeit, erzählte Klaus Brill. Er plane nicht groß in die Zukunft, sondern koste die Glücksmomente in der Gegenwart aus, „so wie heute das Zusammensein mit Freunden zum Beispiel“. Von den Schülerinnen und Schülern werde er sich am kommenden Mittwoch verabschieden.

Obwohl Brill für die gestrige Feier keine Lobeshymnen auf seine Person gewünscht hatte, ließ sich das nicht durchweg vermeiden. Nach Stationen an der Orientierungsstufe Jahnschule in Verden, der Hauptschule Achim und der OS Baden sei der aus dem nordhessischen Witzenhausen stammende Lehrer mit seiner „hohen pädagogischen Kompetenz“ 1992 zum Leiter der Grundschule an der Karlstraße ernannt worden, sagte Regierungsschuldirektor Harm Schmidt von der Landesschulbehörde in Verden. Klaus Brill, der auch die zusätzliche Qualifikation zum Beratungslehrer erwarb, „hat seinen Beruf gern und engagiert gemacht“, stellte Schmidt fest.

Er habe ihn „als Streiter für die Schule kennengelernt“, unterstrich Bürgermeister Kellner. Die Aufgabe im „sozialen Brennpunkt“ Achim-Nord mit einem Ausländer- und Aussiedleranteil an den Schulkindern von zeitweise mehr als 50 Prozent sei alles andere als einfach gewesen.

Keiner in Achim habe in jüngster Zeit eine Schule länger geleitet als Klaus Brill, hob Ulrich Hennies, Rektor an der Paulsbergschule, hervor. Und dabei habe der Grundschulleiterkollege für seine „Penne“ bei der Landesschulbehörde und der Stadt „beneidenswert viel erreicht“.

Schließlich wurde es in der Feierstunde richtig unterhaltsam. Lehrerin Monika Arndt („Leicht haben wir es mit Ihnen nicht immer gehabt“) leitete unter dem Motto „Haben Sie sich denn ihre Pensionierung verdient?“ zu einer „kleinen Prüfung“ für ihren langjährigen Chef über.

Ihr Kollege Fritz Kesenheimer stellte sich sogleich als „Günther Jauch von Achim-Nord“ vor, bat Klaus Brill auf den Stuhl neben sich und eröffnete das Quiz „Wer wird Pensionär?“ mit Fragen aus dem Schul- und Privatleben des Kandidaten. „Wie hießen die Herbstferien früher, zu Ihrer Schulzeit?“ lautete zum Beispiel eine Frage. Nein, nicht „Eichellese“ und auch zwei weitere der Antwortvorgaben ließ Brill außen vor und gab mit „Kartoffelferien“ die korrekte Antwort. Statt aufwendiger Elektronik im „Studio“ markierten von Grundschülern gebastelte Blechdosen die Joker und auch davon machte der Gast des eloquenten Moderators einmal Gebrauch. So nahm er Stufe um Stufe und schaffte den Weg vom „Vollzeit-Schulleiter“ zum „Vollzeit-Pensionär“.

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