Ausweisung von Vorrangstandorten bleibt umstritten

Bioenergieanlagen: Fluch oder Segen?

Armsen - (hr) · Soll man Vorrangstandorte für Bioenergieanlagen ausweisen oder lieber die Finger davon lassen? Diese Frage stellte sich in der jüngsten Sitzung des Planungs-, Bau- und Umweltausschusses.

Konkret ging es um den Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan Bioenergie Armsen, verbunden mit einer entsorechenden Änderung des Flächennutzungsplanes.

Fünf Landwirte aus den Ortschaften Luttum und Neddenaverbergren haben sich zusammengeschlossen, um in der Gemarkung Armsen eine gemeinsame Bioenergieanlage zu errichten. Da die Anlage längerfristig für ein Megawatt ausgelegt werden soll, handelt es sich im Gegensatz zu kleineren Anlagen bis zu 0,5 Megawatt nicht um ein privilegiertes Vorhaben, so dass ein B-Plan aufgestellt werden muss.

Dagmar Rennecke vom Büro Instara erläuterte die Planungen, die einen Betrieb aus nachwachsenden Rohstoffen vorsehen. Dazu zählen jährlich 10 000 Tonnen Maissilage, Sonnenblumen und Zwischenfrüchte sowie 5000 Tonnen Gülle. Mit der gewonnenen Wärme soll eine 450 Meter entfernte Gärtnerei versorgt werden.

„Die Bürger sind etwas aufgeregt“, gab der Armsener Ortsvorsteher Friedrich Koch Befürchtungen aus dem Ort wieder, dass die Wege für deartige Transporte nicht ausgelegt seien. Die Erschließung sollte daher von Neddenaverbergen aus erfolgen.

Der Ausschussvorsitzende Wolfgang Ritz maß den zusätzlichen Gülletransporten eine weitere planungsrelevante Bedeutung zu. In seiner CDU-Fraktion gebe es Überlegungen, ein Gesamtkonzept für die Biogasproduktion aufzustellen, so dass auch der Standort Armsen zu hinterfragen sei.

„Wenn wir hier jetzt Ja sagen, kommt demnächst ein weiterer Interessent“, sah Erich Drewes die Gemeinde an einem Scheideweg. Friedel Koch und Henk Dohle sprachen sich ebenso wie Hermann Meyer für die Ausweisung von Vorrangstandorten aus, stießen bei Bürgermeister Wolfgang Rodewald damit aber nicht auf Gegenliebe. Würde man den Vorschlägen folgen, käme man wahrscheinlich dahin, mehrere solcher Standorte auszuweisen, was die Gefahr einer Ausweitung in sich berge.

Privilegierte Anlagen könne man damit ohnehin nicht verhindern. Bisher habe sich die Situation eher verträglich entwickelt, meinte er, dass eine Einzelfallplanung vielleicht besser sei.

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