Mordprozess in Verden beginnt 

Einen Bewusstlosen in der Weser ertränkt

Verden - Quer durch Nienburg sollen zwei Männer einen Bewusstlosen auf einem Anhänger geschoben haben. Dann warfen sie ihn in die Weser. Er ertrank. Jetzt stehen sie in Verden wegen Mordes vor Gericht.

Nach einem Streit sollen sie ihren Kumpel bewusstlos geschlagen und dann in Nienburg in die Weser geworfen haben. Der 49-Jährige ertrank. Seit Donnerstag müssen sich die 35 und 44 Jahre alten Männer wegen Mordes vor dem Landgericht Verden verantworten. Sie hätten den Mann getötet, weil sie vertuschen wollten, dass sie ihn zuvor schwer misshandelt hatten, sagte Staatsanwältin Annette Marquardt bei der Anklageverlesung. Die Angeklagten wollten sich zu den Vorwürfen am ersten Prozesstag nicht äußern.

Im vergangenen September hatten sich die Männer nach Angaben von Marquardt mit dem 49-Jährigen getroffen, um auf dessen Terrasse gemeinsam Alkohol zu trinken. Im Laufe des Abends kam es dann zum Streit. Die Angeklagten hätten ihrem Saufkumpan vorgeworfen, ein Verhältnis mit ihren Ex-Freundinnen gehabt zu haben, sagte Marquardt. Aus Wut darüber schlugen sie ihm mit den Fäusten ins Gesicht und traten ihn mit den Füßen, als er am Boden lag. Dadurch verletzten sie den Mann schwer. Die Obduktion ergab später unter anderem Rippenbrüche und Prellungen.

Beim Anblick des Bewusstlosen seien der 35- und der 44-Jährige in Panik geraten, sagte Marquardt. „Sie kamen zu dem Schluss, sie hätten richtig große Scheiße gebaut.“ Deshalb beschlossen sie, ihn verschwinden zu lassen. Sie legten ihn auf einen Fahrradanhänger und schoben ihn drei Kilometer quer durch Nienburg. „An der Weser angekommen, warfen sie den Mann samt des Fahrradanhängers in den Fluss“, sagte Marquardt.

Ein Angler fand später den leblosen Körper des 49-Jährigen an einer Brücke im Wasser treibend. Die Polizei nahm die beiden Männer fest. Sie sitzen seit September in Untersuchungshaft. Die Verteidiger kündigten für den nächsten Verhandlungstag am 8. März ein Geständnis ihrer Mandaten an. Bis zum 25. April hat die Kammer neun weitere Verhandlungstermine angesetzt. dpa

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