Intonationsreine Ansgarikantorei Oldenburg erstmals im Verdener Dom zu Gast / Bernstein und Duruflé im Programm

Ein bewegendes Konzert zum Ewigkeitssonntag

Die Ansgarikantorei Oldenburg unter der Leitung von Johannes von Hoff.

Verden - Zum Ewigkeitssonntag war am Sonnabend erstmalig die Ansgari-Kantorei Oldenburg unter der Leitung von Johannes von Hoff mit einem besonderen Programm im Dom zu Gast. Gesungen wurden die Chichester Psalms von Leonard Bernstein, der diese 1965 auf hebräische Texte für das alljährliche Kirchenmusik-Festival im englischen Chichester schrieb.

In der Besetzung für gemischten Chor, Knabensopran, Orgel, Harfe und Schlagzeug sollten die drei Vertonungen im Dom aufgeführt werden. Leider war der Knabensopran erkrankt. So übernahm die Altistin Kerstin Stöcker das Solo, und das verdiente uneingeschränkt Bewunderung. Denn sie sang im Psalm 23, „Der Herr ist mein Hirte“, wunderbar schlicht, warm, innig und bis in die für sie eigentlich schwierige Höhe so klar, dass man sehr bewegt war.

Die stattliche Kantorei, beneidenswert gut mit viel jungen Sängerinnen und Sängern besetzt, hat in Johannes von Hoff einen exzellenten Leiter. Der Chor sang voller Spannung, strahlend die Soprane bis in extreme Höhen, warm und füllig die Altstimmen, Tenöre und Bässe intensiv, alle intonationsrein und klar artikulierend. So konnte das Publikum den hebräischen Text im Programm gut verfolgen.

Diese Musik, je nach dem Wort gewaltig, hymnisch, still bittend, wurde von Tillmann Benfer an der Orgel ungemein farbig unterstützt. Die zum Teil behutsam, dann auch kraftvoll gesetzte Schlagzeugbegleitung war bei Axel Fries in besten Händen. Und mit großem Einfühlungsvermögen musizierte Anke Frisius den Harfenpart.

Psalm 108 und Psalm 100, „Wach auf, Psalter und Harfe“..... waren ein gewaltiger Lobpreis. Zu dem wunderbaren Solo des Psalms 23 und Psalm 2, 1-4, brachte der Chorsopran seine Linien intensiv. Der Schlussteil war nach dem Text erregt und endete mit einem richtigen Schlag.

Nach dem dissonanzenreichen Orgelvorspiel sangen die Männer den Psalm 131 klar, ruhig und hymnisch im feierlichen Unisono. Der ganze Chor war dann bei „Israel hofft auf den Herren“ in großer Ruhe, das Schluss-Amen war intensiv und bewegend, eine sehr beeindruckende und feierliche Wiedergabe der drei Psalmen.

Maurice Duruflé, 1902 geboren und 1986 gestorben, schrieb 1947 sein Requiem „dem Andenken meines Vaters“. Durchweg sangen die Stimmen unisono. Die Orgel unterstützte dabei den Chor sehr einfühlsam. Die Männerstimmen brachten das „Requiem aeternum“ überzeugend, die Frauen fügten sich ebenso psalmodierend ein. Ausdrucksstark war das fugierte „Kyrie“. Im „Offertoire“ hörte man intensiv die Bitten um die ewige Ruhe, der Lobgesang zum Lobe Gottes klang gewaltig und intensiv im Forte, um dann wieder schlicht und bittend zu enden. Ein großer Lobpreis war das Sanctus, bis zum Schluss vom Chor gesteigert.

Kerstin Stöcker sang das „Pie Jesu“ in einer solchen Überzeugung, dass man angerührt wurde. Ihre Stimme setzte sie bruchlos durch die Register ein und hatte hier in große Tiefe zu gehen, einfach großartig und intensiv.

„Agnus Dei“, „Lux aeterna“, „Libera me“ und „In paradisum“ bewegten in immer weiterer Spannung durch die Intensität des Singens. Das Requiem endete mit dem hymnisch ruhigen Gebet um die ewige Ruhe. Johannes von Hoff leitete das gesamte Ensemble behutsam wie expressiv führend.

Nach dem Schluss war eine lange, wohltuende Stille, die gut tat. Aber dann gab es langen, dankbaren Beifall für dieses bewegende Konzert.

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