Planungsbüro: Drei Blöcke nicht mehr sanierungsfähig / Hoffen auf Zuschuss

Besser Neubau anstelle „verbrauchter Gebäude“

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„Schlimmstes Gebäude“: der Aula-Block.

Langwedel - Viele Stühle im Saal blieben leer. Angesichts der Bedeutung des Themas Sanierung oder Neubau der Oberschule am Goldbach habe er mit mehr Publikum gerechnet, gab Bürgermeister Andreas Brandt in der Sitzung des Schulausschusses am Dienstagabend im Rathaus zu.

Gregor Dreischhoff und Reimer Martin von der Planungsgesellschaft Dreischhoff + Partner in Verden präsentierten die von der Gemeinde bestellte Machbarkeitsstudie zur Zukunft des Schulzentrums. Zwei Entwurfskonzepte hatten sie ausgearbeitet.

Die vier über das Schulgelände verstreuten Blöcke A, B, C und D stammten aus den 60er und 70er Jahren und seien „alles verbrauchte Gebäude“, verriet Architekt Dreischhoff gleich zu Beginn. Damit war schnell klar, dass der Geschäftsführer des Planungsbüros das „Konzept I“, die Sanierung der „Billigbauten“, nur für die zweite Wahl hielt.

Als ehestes wäre noch der große Block A instandzusetzen, informierte Dreischhoff. Aber auch dort sieht er erheblichen Sanierungsbedarf: Außenwände und Alu-Fensterband ohne Wärmedämmung, asbesthaltige Fassadenplatten, marodes Flachdach, Innenwände ohne akustische und feuertechnische Trennung vom Flur, lautete die Mängelliste. Überhaupt fehle es an Brandschutz: Sämtliche Betondecken, Wände und Stützen genügten nicht den heutigen Anforderungen.

Die drei anderen Bauten wiesen noch gravierendere Mängel auf, etwa auch Schimmelbildung. Block B bezeichnete Dreischhoff als „schlimmstes Gebäude“. Dort gebe es nur ein, und dazu auch noch offenes, Treppenhaus. Der vorgeschriebene zweite Fluchtweg fehle ganz. Dort solle nun kurzfristig eine Außentreppe angelegt werden, informierte später Bürgermeister Brandt. „Die Blöcke B, C und D können für eine Schulnutzung nicht mehr saniert werden“, lautete Dreischhoffs Fazit.

Nur mit „sehr hohem Aufwand“ wäre Block A auf den neuesten Stand zu bringen, stellten er und Martin fest. Entschiede sich die Gemeinde für dieses Konzept, müsste das Gebäude mit Ausnahme der erst vor kurzem geschaffenen drei Physik- und Chemieräume „bis auf den Rohbau entkernt werden“ und der Unterricht vorübergehend in Containern erfolgen. Für den gewünschten Ganztagsschulbetrieb würde zusätzlich auch noch ein zweigeschossiger „Erweiterungsbau“ notwendig sein.

Besser wäre ein Neubau der Goldbachschule, sagten Dreischhoff und Martin und stellten einen Entwurf vor. Das Gebäude in Ziegelsteinoptik über zwei Stockwerke mit 20 Klassen- und 6 Differenzialräumen, Fachunterrichts- und Verwaltungstrakt sowie Mensa, Küche und Aula könnte bei laufendem Schulbetrieb errichtet werden, strichen sie heraus. Und am Ende käme der Neubau mit Kosten von rund 11 Millionen Euro auch kaum teurer als das Sanierungskonzept.

Der Flecken hoffe auf einen kräftigen Zuschuss aus der Kreisschulbaukasse, sagte Bürgermeister Brandt. Auch wenn der Gemeinderat für einen Neubau stimme, müsse das Projekt vom Ideenwettbewerb der Architekten bis zum Ausschreibungs- und Baugenehmigungsverfahren sorgfältig geplant werden, mahnte der Verwaltungschef. Zustände wie beim Bau der „Elbphilharmonie“ oder des Flughafens Berlin-Brandenburg „möchte ich nicht verantworten“. · mm

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