Benzol im Grundwasser: RWE Dea hat „aktive“ Arbeiten beendet / Belastung in einem Brunnen noch über dem Zielwert

„Sanierung auf der Zielgeraden“

2012 begann man mit der Sanierung von Benzol verseuchten Flächen mit dem „Air-Sparging“-Verfahren. Archivfoto: Wenck
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2012 begann man mit der Sanierung von Benzol verseuchten Flächen mit dem „Air-Sparging“-Verfahren. Archivfoto: Wenck

Holtebüttel - „Gut zwei Jahre nach Beginn der Grundwassersanierung entlang der ehemaligen Lagerstättenwasserleitungen im Erdgasfeld Völkersen gehen die Arbeiten dort auf die Zielgerade“, meldet jetzt die RWE Dea. „Wir konnten die aktive Sanierung auf allen sechs Sanierungsflächen mittlerweile beenden“, erklärt Mike Schreiter, Leiter des RWE Dea Förderbetriebes Niedersachsen in Schülingen.

„Dem jetzt in Teilen dieser Flächen noch anstehenden einjährigen Beobachtungszeitraum sehen wir mit großer Zuversicht entgegen“, so Schreiter weiter

Im Januar 2012 waren im oberflächennahen Grundwasser des Erdgasfeldes Völkersen Belastungen mit Benzol festgestellt worden. RWE Dea setzte ein umfangreiches Erkundungsprogramm auf, bei dem im ersten Halbjahr 2012 mehr als 1000 Wasserproben entlang der mittlerweile stillgelegten Lagerstättenwasserleitungen genommen wurden.

Das Ergebnis, so die RWE Dea: Belastungen mit Benzol traten ausschließlich in den Abschnitten des Leitungsnetzes auf, in denen die Rohre im wassergesättigten Boden lagen. Tatsächlich betroffen gewesen seien rund 30 Prozent des ursprünglich insgesamt 22,5 Kilometer langen Leitungs-netzes.

Auf Basis der Erkundungsergebnisse und der nachfolgenden Untersuchungen an stationären Grundwassermessstellen identifizierte RWE Dea entlang der betroffenen Leitungsabschnitte sechs Sanierungsflächen. Parallel dazu wurden unabhängige externe Experten damit beauftragt, ein spezielles aktives Sanierungsprogramm mit Hilfe des Air- beziehungsweise des Bio-Sparging-Verfahrens zu entwickeln.

„Bei diesen Sanierungsmethoden wurden dann die natürlichen biologischen Abbauprozesse im Boden durch die Zufuhr von Luftsauerstoff aktiv unterstützt“, so Heinz Oberlach von der RWE Dea. „Auf den weniger stark betroffenen Leitungsabschnitten wurden darüber hinaus die natürlichen biologischen Abbauprozesse nachgewiesen und beobachtet.“

Auf allen sechs Sanierungsflächen wurde die aktive Sanierung – das heißt die Zufuhr von Luftsauer-stoff – mittlerweile komplett beendet. „Und lediglich in einem von ehemals knapp 100 Beobachtungsbrunnen liegt die Benzolkonzentration aktuell noch leicht über dem Anfang 2012 behördlich vorgegebenen Sanierungszielwert“, heißt es in der Erklärung des Konzerns.

Vor diesem Hintergrund habe man viele Beobachtungsbrunnen im Verlauf der betroffenen Leitungsabschnitte bereits zurückgebaut - dort seien die festgelegten Werte auch über einen Beobachtungszeitraum von zwölf Monaten unterschritten worden.

Derzeit befinden sich noch 1,8 von ursprünglich 8,4 Kilometer entlang der früheren Leitungen in der „Beobachtungsphase“. Diese werde aller Voraussicht nach im ersten Quartal 2016 beendet sein.

Ursache der Benzolbelastungen des oberflächennahen Grundwassers war, dass im Lagerstättenwasser enthaltenes Benzol durch die Wand der Transportleitungen hindurch gewandert war (Diffusion und Permeation) und sich danach im umgebenden Grundwasser gelöst hatte.

Das Leitungsnetz wurde nach den Funden komplett stillgelegt, anschließend entleert und gereinigt. Die genutzten Leitungen sind mittlerweile ausgebaut und zertifizierten Entsorgern übergeben worden.

Die RWE Dea AG betreibt seit 1992 das Erdgasfeld Völkersen. Auf dessen Gebiet wurden in den Jahren 1997 bis 2001 – meist parallel zu unterirdisch verlaufenden Erdgasleitungen – Leitungen für den Transport des Lagerstättenwassers in den Boden verlegt.

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