Veranstaltung in Stiftung Waldheim

Beiräte fordern Stimmrecht

Knut Pickert, Behindertenbeauftragter der Stadt Achim, Hans-Heinrich Lachnit und Heiko Bergmann vom Landesverband der Heimbeiräte (Mitte v.li.) hatten die Fortbildung organisiert.

Cluvenhagen - (jw) · Nun ist aber auch mal gut mit der Fragerei von dem Zeitungsmann. Eigentlich ist alles beantwortet, da wartet noch Arbeitsprogramm – und die Damen und Herren nehmen ihre Aufgabe wirklich ernst. Rund 30 Heimbeiräte, Bewohner aus verschiedenen Einrichtungen trafen sich jetzt in der Stiftung Waldheim zu einer Fortbildung.

Nach dem niedersächsischen Heimmitwirkungsgesetz muss eine Einrichtung für Behinderte auch einen gewählten Beirat haben. Der besteht in der Regel aus Behinderten. Mittlerweile gibt es auch einen Landesverband Niedersachsen der Heimbeiräte – unter anderem als Ansprechpartner für Niedersachsens Behindertenbeauftragten Karl Finke.

Nun ist niemandem von vornherein eingegeben, was er in seiner Arbeit als Beirat zu tun hat – oder überhaupt tun darf. Dafür gibt es, unter anderem, Fortbildungen. „Klar sind die wichtig, damit wir unsere Arbeit regulär wahrnehmen können“, so eine Teilnehmerin der Veranstaltung in Cluvenhagen. Wo übrigens das Waldheim für Organisation und Service ein dickes Extra-Lob kassierte.

Nun soll das Heimmitwirkungsgesetz in Niedersachsen im Jahr 2012 erneuert, novelliert werden. Vorher möchte man möglichst von allen Betroffenen hören, was für Verbesserungen sie sich vorstellen können. Und da hatten die Beiräte aus Bremerhaven, Hannover, Wildeshausen und Cluvenhagen, die da in der Stiftung Waldheim zusammengekommen waren, schon ganz konkrete Vorstellungen: „Bisher dürfen wir nur mitwirken. Wir möchten bei manchen Sachen richtig mitbestimmen, ein richtiges Stimmrecht haben.“

Aha. Wo denn genau? „Beim Essen, beim Wohnen, bei der Freizeitgestaltung.“ Das schon mal als allererstes. Anregungen und Ideen, wo sich im Lande etwas für die Behinderten verbessern muss, gibt es noch reichlich. „Barrierefreie Wege, dass da alle von profitieren“, kommt es aus der Runde.

„Die Kommunen bemühen sich schon sehr“, meint Hans-Heinrich Lachnit vom Beirat des Waldheims. Aber es bleibt noch viel zu tun. Auch wenn es um die Erreichbarkeit von Banken, Geschäften oder Ärztehäusern für Rollstuhlfahrer oder Gehbehinderte geht. „Wenn du bei einem Arzt reinfällst, dann liegst du aber gleich richtig“, frotzelte eine Rollstuhlfahrerin.

Ob das neue Mitwirkungsgesetz den Wunsch nach Mitbestimmung aufnehmen wird? „Ha! Nie im Leben.“ Auch wenn man an die Erfüllung der großen Forderung nicht glaubt, einen Wunsch gibt es doch: Vielleicht können sie das neue Gesetz ja mal so schreiben, dass auch normale Menschen das verstehen.

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Geld aus Rom: Notstand für Venedig beschlossen

Geld aus Rom: Notstand für Venedig beschlossen

"Death Stranding" im Test

"Death Stranding" im Test

Islamischer Dschihad vereinbart Waffenruhe mit Israel

Islamischer Dschihad vereinbart Waffenruhe mit Israel

Was von der Wut übrig ist - Ein Jahr "Gelbwesten"-Proteste

Was von der Wut übrig ist - Ein Jahr "Gelbwesten"-Proteste

Meistgelesene Artikel

Ratsitzung der Stadt Verden: Kritik am Feuerwehrbedarfsplan

Ratsitzung der Stadt Verden: Kritik am Feuerwehrbedarfsplan

Stimmungsvolle Dekorationsideen

Stimmungsvolle Dekorationsideen

Kreisarchäologie kann Fund aus Achim datieren: „Diese Runen sind ein Knaller“

Kreisarchäologie kann Fund aus Achim datieren: „Diese Runen sind ein Knaller“

Lehrer für „Wegweisendes Projekt“ ausgezeichnet

Lehrer für „Wegweisendes Projekt“ ausgezeichnet

Kommentare