Beim Ausbildungsplatz-Speed-Dating kommen zwei Seiten schnell zueinander

In zehn Minuten zum Job

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Torsten Suhling und Julia Oetker waren als Wegweiser immer zur Stelle.

Verden - Von Erika Wennhold. Zehn Minuten, dann wird gewechselt. Das kann an die Nerven gehen, aber auch zum echten Glücksfall werden. Denn beim Azubi-Speed-Dating kommen sich Arbeitgeber und Schulabgänger näher. Eine gute Chance für Spätentschlossene, aber auch für die Chefs, die dringend ihre Ausbildungsplätze besetzt haben wollen.

Bei der IHK-Stade gibt es diese Art der Ausbildungsplatzvermittlung schon länger, in Verden ist es die zweite, und wieder wuselte es im Foyer des Berufsinformationszentrums (Biz) nur so von jungen Menschen, die für dieses Jahr noch nach einer Alternative zur Warteschleife suchen. Lee-Roy (16) hat ganz genaue Berufs-Vorstellungen und möchte nicht abweichen: „Als Kaufmann für Büromanagement oder Personaldienstleistungskaufmann möchte ich arbeiten. Und wenn es jetzt nicht klappt, gehe ich noch ein Jahr länger zur Schule.“ Lars ist schon 20 Jahre alt und nutzt das Angebot zur Orientierung, nachdem er zwei Semester lustlos studiert hat. Steffi und Anka (beide 16) verlassen schon bald die Realschule, rechnen, in der Schlange stehend, ihren möglichen Zensurendurchschnitt aus.

Julia Oetker und Torsten Suling, Berufsberater bei der Agentur für Arbeit, betreuen die Jugendlichen und wissen die Vorteile des Speed-Datings. „Wer eine 5 im Zeugnis hat, dessen Bewerbung wird vielleicht schon gleich zur Seite geschoben. Hier können die jungen Leute ganz anders punkten – zum Beispiel mit Persönlichkeit.

Die hat bei Laurins Bewerbung um einen Ausbildungsplatz bei der Polizei sicher auch eine große Rolle gespielt. Am Ende fehlten dem 17-Jährigen jedoch ein paar Punkte beim Sport-Test. Jetzt überlegt er, umzusatteln. „Vielleicht trainiere ich aber auch ganz intensiv und versuche es noch einmal mit dem Test.“

Beim letzten Speed-Dating von IHK, Arbeitsagentur und Fachkräfteoffensive des Landkreises waren 150 Ausbildungsplatzsuchende gekommen. Bernd-Uwe Metz konnte später ermitteln, dass mehr als die Hälfte davon nur kurze Zeit später Verträge mit verschiedenen Firmen abschlossen. Metz: „Heute sind noch mehr hier und auch mehr Unternehmen.“

Im Angebot hatten die etwa 60 Ausbildungsplätze. Und gekommen waren sie mit der Hoffnung, diese schon bald besetzen zu können. Daniela Westerhoff von der IHK: „Sobald wir das Speed-Dating in unseren Newsletter hineingestellt haben, ist die Bude auch schon voll.“

Den 60 Angeboten der Unternehmen standen gestern genügend junge Leute gegenüber. Bleibt zu hoffen, dass sie am Ende zueinander gefunden haben.

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