Grundschule Posthausen seit 2004 Umweltschule / Dritte Auszeichnung erhalten / Qualitätssicherung erfordert Einsatz

Bedürfnisse der Kinder als Antriebsfeder

Sichtbares Zeichen nachhaltiger Qualitätsentwicklung: Zum dritten Mal wurde die Grundschule Posthausen als „Umweltschule in Europa und Internationale Agenda 21 Schule“ ausgezeichnet. Die Flagge präsentieren Konrektorin Doris Benger-von Ahnen, Schulleiter Rainer Siefert und Kollege Hans Heitmann (hi.v.re.) mit Vertreter/innen der Schülerschaft vor dem selbst gebauten Spielhaus aus Altpapier.

Posthausen - (pee) · Umweltschule werden ist nur ein bisschen schwer – Umweltschule sein dagegen sehr: „Motivation und Level konstant hoch zu halten, das ist die eigentliche Schwierigkeit“, sagt Schulleiter Rainer Siefert. Da kommt ein anerkennendes und ermutigendes Schulterklopfen von höchster Stelle gerade recht: Zum dritten Mal wurde die Grundschule Posthausen jetzt vom Niedersächsischen Kultus- und vom Umweltministerium als „Umweltschule in Europa und Internationale Agenda 21 Schule“ ausgezeichnet.

Bewertet und zertifiziert wird immer ein Handlungszeitraum von zwei Jahren, in dem ein besonderes Engagement zur nachhaltigen Verbesserung der Schulwelt geleistet, gelebt und dokumentiert wurde. Rückblickend auf die Jahre 2008 bis 2010 beeindruckte die seit 2004 ununterbrochen als Umweltschule firmierende Grundschule Posthausen die Jury diesmal mit der „Vielfalt der Angebote zur Gesundheitsförderung, die für die Schülerinnen und Schüler sehr wertvoll sind“, wie es in der Laudatio hieß.

Neben der dritten nationalen erhielt die Schule erstmals auch die internationale Auszeichnung: Das „International Eco-Schools Award Certificate“ wurde verliehen für die differenzierten Projekte im Einsatz für die afrikanische Partnerschule in Kindia/Guinea. Ein Engagement, das das soziale Bewusstsein der Kinder schärfe, wie die Jury betonte.

Insgesamt zeichnete das Land Niedersachsen jetzt 151 Schulen aller Schulformen aus; 36 von ihnen erwarben zusätzlich die internationale Urkunde. Zum Festakt für die Umweltschulen reisten namens des Posthausener Kollegiums Schulleiter Rainer Siefert, Konrektorin Doris Benger-von Ahnen und Hans Heitmann gemeinsam mit zwei Vertreterinnen des Schülerrats nach Hodenhagen in den Serengeti-Park. Die Kinder genossen vor allem den Safari- und Karussellspaß – die Pädagogen die Wertschätzung ihrer (Mehr-)Arbeit, die mit umfassenden Bewusstseins- und Fortbildungen und mit „viel professioneller Anleitung von außen“ (Siefert) verbunden ist.

„Wenn man dann nach zwei Jahren wieder Bilanz zieht“, so Doris Benger-von Ahnen, „staunt man selbst über die Vielzahl von Projekten, die in den Schulalltag integriert wurden.“ In Posthausen reicht das von stromsparenden Monitoren und konsequenter Mülltrennung über das Grüne Frühstück bis zur Verbesserung des Raumklimas; von gezielten Bewegungs- und musischen Angeboten bis zur Förderung von Demokratieverständnis und sozialer Verantwortung. Der mit Entscheidungskompetenzen ausgestattete Schülerrat zum Beispiel ist an einer Grundschule schon etwas Besonderes.

Aber was sich mit der Zeit so selbstverständlich im Schulalltag etabliert, bedarf sorgsamer Pflege und kontinuierlicher Weiterentwicklung. „Sich stetig in alle Richtungen zu verbessern“, ist für Siefert unerlässliche „Qualitätsentwicklung“. Jedoch: „Das kostet Zeit und Kraft“, betont Benger-von Ahnen. Hauptantrieb seien die Bedürfnisse die Kinder im Kontext ihrer Umwelt: „Was brauchen sie? Was kommt bei ihnen an? Was kann ihre Situation verbessern?“ – diese Fragen stellen sich immer wieder neu.

Die Grundschule Posthausen hat in ihrem Einzugsbereich mit verschiedenen sozialen Problematiken zu kämpfen und legt deshalb ein besonderes Augenmerk auf Chancengleichheit. Indem etwa Kindern der Zugang zum Musizieren, zum Internet oder zu einem warmen Mittagessen im Hort ermöglicht wird – was sie zu Hause vielfach nicht haben.

Statt Umweltschule nennt Siefert diesen Anspruch lieber „Wohlfühlschule“, und das zentrale Stichwort ist Nachhaltigkeit: „Wenn das, was vormittags erarbeitet wird, nachmittags in Familie und Freizeit fortgesetzt wird, ist das nachhaltiges Lernen.“ Die logische Fortsetzung ist für den Rektor der offizielle Status als Ganztagsschule: „Da sind wir auf dem Weg.“ Eine gute Basis bilden dabei der Hort des Schulvereins und die bereits laufenden fünf Nachmittags-AGs mit externen Profis, zum Beispiel vom Tennis-Club.

Schwerpunkt der Umweltschule 2010 bis 2012 ist übrigens die aktive Pausengestaltung – die Schaffung von noch mehr differenzierten Bewegungsmöglichkeiten für die 180 Kinder durch noch vielfältigere Spielgeräte und Fahrzeuge. Für deren Unterbringung sucht die Schule gerade ein günstiges Gartenhäuschen – wer helfen kann, ist jederzeit willkommen.

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