Thedinghausen pflegt seine eigenen Traditionen / Hedewigs und Vortrag über die Nationalhymne

Bauernkör statt Weiberfastnacht

Cathrin Schley (re.) freut sich und lässt sich die Hedewigs schmecken, die Vorsteher Horst Wendt (2. v. re.) serviert. Abgesehen von der Pastorin als „Quotenfrau“ ist die Bauernkör eine reine Männerveranstaltung. Ganz links Referent Heinrich Struckmann. ·
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Cathrin Schley (re.) freut sich und lässt sich die Hedewigs schmecken, die Vorsteher Horst Wendt (2. v. re.) serviert. Abgesehen von der Pastorin als „Quotenfrau“ ist die Bauernkör eine reine Männerveranstaltung. Ganz links Referent Heinrich Struckmann. ·

Thedinghausen - Vielerorts in der Republik wurde gestern die Weiberfastnacht zelebriert – nicht so in Thedinghausen.

Dort traf man sich unter Leitung von Vorsteher Horst Wendt zur traditionellen Bauernkör, sicherlich ähnlich alt wie das weibische Karnevalstreiben. Doch die Thedinghauser Veranstaltung ist nach wie vor (fast) ganz in Männerhand.

Mitglieder der Bauernkör sind nur die Inhaber oder Nachfahren bestimmter Hofstellen in der Bürgerei. Einst war die Bauernkör ein Organ örtlicher und bäuerlicher Selbstverwaltung. Die Tradition reicht gut 200 Jahre zurück, und findet immer am Fastnachtsdonnerstag statt. Zusammen mit einigen Ehrengästen, darunter Landrat Peter Bohlmann, Bürgermeister Diethelm Ehlers, „Doc“ Thomas Röpke, Altbürgermeister Hans-Schröder und Pastorin Cathrin Schley (als Quotenfrau) traf man sich in Littas Bauerndiele.

Zwei Dinge gehören unabänderlich zum morgendlichen Teil der Bauernkör. Da wären zunächst die Hedewigs, dick mit Butter bestrichene Rosinenbrötchen, die eigens für diesen Zweck nach einem speziellen Rezept frisch gebacken werden. Und ein Redner, der den Morgen unterhaltsam oder informativ begleitet.

Das war diesmal Heinrich Struckmann aus Etelsen, unlängst mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. Er referierte, natürlich in der Amtssprache Plattdeutsch, über die Geschichte der deutschen Nationalhymne – und fand mit seinen Ausführungen allgemein großen Anklang.

Landrat Bohlmann betonte die Einmaligkeit dieses Treffens im ganzen Landkreis und lobte die gelungene Form der Traditionspflege. Altbürgermeister Hans Schröder meinte, auch mit Blick auf den zuvor gehörten Vortrag: „Die Sprache hält die Leute zusammen. Das gilt auch für Platt.“

Mit dem Fipsen (ein uraltes Kartenspiel) klang die diesjährige Bauernkör gestern Abend aus. · sp

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