Auf und rund um den Langwedeler Bahnhof arbeiteten einmal fast 60 Menschen / Das Eisenbahnerhaus „Gleis 4“

Bahnhofsvorsteher und Schranken

Um 1900 erbaut, im Sommer 2009 abgerissen: das „Haus Bühring“, ein Stück Langwedeler Bahnhofsgeschichte.

Langwedel - (jw) · Durch den „Service Point“ auf dem Langwedeler Bahnhof pfeift der Wind. Die Scheiben im Wartehäuschen sind mal wieder kaputt. Wer hier auf dem Bahnsteig von Gleis 2 und 3 eine Fahrkarte kaufen will, kann sie sogar im Internet vorbestellen. Oder man drückt jede Menge Knöpfchen. Hoffentlich nicht die verkehrten. Richtige Menschen, Bahnangestellte, sucht man hier vergebens. Das war mal anders. Rund 60 Eisenbahner waren zu Hochzeitenim und rund um den Langwedeler Bahnhof beschäftigt.

Knapp 40 Jahre ist das her. Langwedel hatte einen richtigen Bahnhof, inklusive Bahnhofsvorsteher. Zuständig waren die Langwedeler für den Eisenbahnbereich von Etelsen bis Langwedel-Förth mit den Posten 92 bis 95. Die Bahnhofstraße hatte noch einen Bahnübergang – mit Schranke. Und am Gleis 4, direkt an der Bahn, direkt an der Schranke stand ein rotes Backsteinhaus, den Langwedeler noch als „Eisenbahnerhaus Bühring“ bekannt.

Um 1900 erbaut, war hier in den ersten Jahren auch die Bahnmeisterei Langwedel untergebracht. 1926 wurde sie aufgelöst, beziehungsweise nach Verden verlegt.

Das Haus blieb allerdings weiter bewohnt vom Eisenbahner, stopp – damals hieß das Reichsbahner, Adolf Froböse. Der war bis 1946 Bahnhofsvorsteher in Langwedel. „Und zwei seiner Enkelkinder, Heidrun Steffen, geborene Froböse, und Horst Behrmann wohnen beide noch in Langwedel“, weiß Waldemar Rohrberg.

Zusammen mit Heinrich Osmers hat Rohrberg die jeweiligen Familienarchive nach alten Fotos vom Bahnhof durchsucht – und ist fündig geworden.

Ab 1946 wohnte im Eisenbahnerhaus die Familie Bühring, teilweise mit mehreren Generationen. Die letzten Bewohner waren Anneliese und Wilhelm (jun.) Bühring. Letzterer war, natürlich, Eisenbahner. In alten Unterlagen findet sich noch eine Urkunde über seine Beförderung zum Bundesbahnbetriebsinspektor am 1. September 1973.

Bührings Aufgabe in Langwedel: Vor allem die Vertretung des Bahnhofsvorstehers. Nach der Auflösung des Bahnhofs Langwedel wurde Bühring nach Verden versetzt und arbeitete hier bis zu seiner Pensionierung als Personalsachbearbeiter.

„Vorletzter Bahnhofsvorsteher in Langwedel und damit Vorgesetzter von Wilhelm Bühring war der Bundesbahninspektor Günter Sprung. Der wohnt heute in Bremen“, kann Waldemar Rohrberg erzählen.

Bis zum Jahr 2000 wohnte Anneliese Bühring noch in dem Haus an Gleis 4. Nach ihrem Auszug stand das Gebäude lange leer und wurde in den großen Sommerferien 2009 abgerissen. Die Fläche wird im Zuge der Sanierung des Langwedeler Bahnhofes umgestaltet. 2011 soll es einen S-Bahnverkehr zwischen Bremen und Verden geben. Die Bahnhsteige werden umgebaut, das Gelände des alten Bühringschen Hauses wird für eine „P+R“-Fläche gebraucht.

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