Bei „Avengers“ gucken die Besucher auch im Cine City in die Röhre

Protest gegen Film-Verleih: In Verden wird gestreikt

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Kim und Christian Müscher: „Die Besucher haben Verständnis. Sie wissen, dass der Boykott nicht aus Eigennutz geschieht.“

Verden - Gestern ist der von den Fans mit Spannung erwartete zweite Teil des Actionfilms „Avengers“ in den bundesdeutschen Kinos gestartet. Allerdings nicht überall, denn aus Verärgerung über das Ansinnen des Disney-Filmverleihs, der die Preise für Kinos in Kleinstädten, ohne vorherige Ankündigung, erhöht hat, werden annähernd 700 Kinobetreiber den Film nicht zeigen.

Als gestern Abend in vielen bundesdeutschen Kinos „Avengers: Age of Ultron“ gezeigt wurde, blieb auch den Action-Fans aus Verden und umzu nur der Blick in die Röhre, da sich das Cine City Verden als Mitglied der I.G. Nord, einem Zusammenschluss norddeutscher Kinobetreiber, am Boykott beteiligt. „So etwas passiert seit der Eröffnung des Cine Citys im Jahr 1999 zum ersten Mal“, erzählen Kim und Christian Müscher, die das Kino seit 2013 betreiben.

Dass sie „Avengers“ kurzfristig aus dem Programm gestrichen haben, geschehe nicht aus Eigennutz, sondern im Sinne der Kinobesucher, so das Ehepaar. Müschers erzählen, dass Disney bislang von Kinos in Städten mit weniger als 50000 Einwohnern 47,7 Prozent der Eintrittsgelder verlangt habe Das habe sich jetzt aber unerwartet geändert. „Vor zwei Wochen wurden wir per Einschreiben darüber informiert, dass die Gebühr nun 53 Prozent beträgt“, berichtet Kim Müscher. Und das sei noch nicht alles. Müscher: „Auch die bislang gewährten Zuschüsse für den Reklameaufwand sollen ersatzlos entfallen“, nennt die Kinochefin ein Beispiel.

Die 53 Prozent wären übrigens exakt die Marge, wie sie von Kinobetreibern in Großstädten für den Verleih gezahlt werde. „Für kleine Häuser wie das unsere ist das völlig indiskutabel, da die großen Kinos – zumeist sind es Ketten – ganz andere Möglichkeiten, seien es höhere Eintrittspreise, der große Werbeetat oder die dem Publikumszulauf geschuldete lange Spieldauer von Filmen haben.

Müschers ärgern sich auch, dass der Verleiher sie zuvor nicht informiert, sondern einfach vor vollendete Tatsachen gestellt habe. „Wir haben auch versucht, uns auf halbem Weg zu einigen und eine 50-prozentige Leihgebühr angeboten, aber leider ohne Erfolg“, so Kim Müscher weiter. Um die Preiserhöhung des Disney-Filmverleihs aufzufangen, hätten die Betreiber die Preise um rund zwei Euro je Ticket erhöhen müssen. „Das wollen wir unseren Kunden nicht zumuten. Der Kinobesuch muss erschwinglich bleiben.“ Müscher sieht außerdem die Gefahr, dass andere Filmverleiher, die sich zurzeit noch abwartend verhalten, nachziehen könnten.

„Auch das wollen wir im Sinne unserer Gäste verhindern, damit ein Kinobesuch erschwinglich bleibt“, sagt sie. Müscher verweist weiter auf die gestiegenen Unterhalts- und Modernisierungskosten und dass das Cine City 2012 für mehrere 100000 Euro auf Digitaltechnik umgestellt worden ist. „Die Filmverleiher sparen durch solche Investitionen Unsummen an Kopierkosten.“

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