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Automat an Supermarkt gesprengt

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Von: Ronald Klee

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Ein Loch klafft in der Wand. Darüber hängt eine Schild mit der Aufschrift Geldautomat. Links ist ein Teil eines Postkastens zu sehen
Wo sonst der Geldautomat zur Verfügung stand, klafft jetzt ein riesiges Loch in der Fassade des Supermarktes. © Klee

Nachdem ein Geldautomat an einem Supermarkt in Dauelsen gesprengt wurde, haben Zeugen beobachtet, dass zwei Täter auf der Flucht in Richtung Autobahn waren. Mitarbeiter hatten den Überfall bemerkt und einen Notruf abgesetzt.

Verden – Die Vorfreude auf die Silvesterfeier hielt sich bei Robert Romanski zumindest am Freitagmorgen noch in Grenzen. Der Leiter der Kauflandfiliale in Verden-Dauelsen war morgens, gegen 4.30 Uhr, aus dem Schlaf geklingelt worden. Unbekannte hatten an seinem Arbeitsplatz den Geldautomaten an der Außenfassade gesprengt. Laut Polizeibericht hatten Mitarbeiter des Supermarktes den Vorfall bemerkt und einen Notruf abgesetzt.

„Bei der Sprengung wurde nach derzeitigem Stand niemand körperlich verletzt“, berichtete die Polizei am Vormittag. Zumindest im Bereich des Einganges, nahe dem Automaten, sei erheblicher Gebäudeschaden entstanden. Die Polizei geht von mehreren zehntausend Euro aus.

Ein Frau steht vor den Trümmern im Eingangsbereich, die durch die Sprengung entstanden sind.
Nach der Sprengung wurden die Trümmer am Vormittag zunächst in der Eingangshalle des Supermarktes gelagert. © Klee, Ronald

Ersten Ermittlungen zufolge seien die Täter mit einem Auto in Richtung Anschlussstelle Verden-Nord der Autobahn 27 geflohen. Die alarmierten Ordnungshüter lösten sofort umfangreiche Fahndungsmaßnahmen aus. Diese sind bislang negativ verlaufen.

Zumindest für zwei der Täter hatten Zeugen den Ermittlern Beschreibungen geliefert. Demnach seien beide männlich, etwa 1,75 Meter groß und zwischen 20 und 30 Jahre alt. Beide seien dunkel gekleidet gewesen. Für das Fluchtfahrzeug liegt bisher aber keine Beschreibung vor.

Da infolge der Beschädigungen zunächst das Gebäude statisch überprüft werden musste, war der Supermarkt bis in den Vormittag gesperrt. Die Sperrung konnte später aufgehoben werden.

Ermittler der Polizei führten am Tatort eine umfangreiche Spurensuche und -sicherung durch. Dabei seien die spezialisierte Tatortgruppe sowie Forensiker der Polizeiinspektion Verden/Osterholz im Einsatz gewesen, heißt es im Bericht.

Zum Diebesgut konnte die Polizei noch keine Angaben machen. Die weiteren Ermittlungen übernehme nun die Zentrale Kriminalinspektion Oldenburg. Auch in früheren Fällen solcher Automatensprengungen hatte die Polizei die Zuständigkeiten so verteilt.

Die vierte Geldautomatensprengung im Verdener Stadtgebiet

Der aktuelle Fall ist allein im Verdener Stadtgebiet bereits die vierte Sprengung eines Geldautomaten. Nach der Deutschen Bank im April 2020 wurde die Kreissparkasse im darauffolgen November am Berliner Ring und im Ortsteil Walle am 6. Oktober 2021 Opfer der explosiv vorgehenden Automatenknacker. Auch in anderen Orten im Kreisgebiet, in Ottersberg 2017 und in Posthausen 2016 haben Täter auf diese Weise versucht an Bargeld zu kommen.

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Auch gestern war das Ereignis in Verden kein Einzelfall. Die Deutsche Presseagentur berichtete, dass in der Nacht zum Freitag auch ein Geldautomat in Braunschweig gesprengt wurde. In Braunschweig seien die unbekannten Täter allerdings leer ausgegangen. „Geld konnten sie nicht mitnehmen“, wird ein Polizeisprecher zitziert. Wie in Verden sei niemand verletzt worden. Um 3.30 Uhr war dem Sprecher zufolge ein Anwohner im Stadtviertel Heidberg von einem lauten Knall wach geworden. Der Zeuge sah noch zwei Maskierte davonrennen und verständigte die Polizei. Trotz sofort eingeleiteter Fahndung hätten die Flüchtigen bislang nicht gefasst werden können, berichtete der nicht namentlich genannte Sprecher. Bei der Suche sei auch ein Polizeihubschrauber zum Einsatz gekommen.

Geldautomaten-Sprengungen beschäftigen dem Bericht zufolge, die Ermittler immer wieder. Im Jahr 2021 waren in Niedersachsen 55 Mal Geldautomaten gesprengt worden. In diesem Jahr seien landesweit bereits mehr als 60 Fälle bis Anfang Dezember gezählt worden. Das war laut Landeskriminalamt eine Rekordzahl. Das Innenministerium fordert bessere Schutzvorkehrungen der Banken. Diese weisen die Kritik zurück.

Polizei Verden sucht weitere Zeugen

Zur Aufklärung der Sprengung vom Freitag sucht die Polizei nun nach Zeugen. Diese werden gebeten, Hinweise oder verdächtige Beobachtungen bei der Polizei Verden unter der Telefonnummer 04231/8060 mitzuteilen.

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