Paradiesviertel: Anlieger sollen jetzt untereinander nach Lösung suchen

Art des Ausbaus ungeklärt

Achim - „Es ist ein Erfolg, dass alle jetzt für den Ausbau sind“, hielt Stefan Schuster, Verkehrsplaner bei der Stadt Achim, am Ende der Anliegerversammlung fest. Doch in welcher Weise die unbefestigten Straßen im Paradiesviertel gestaltet werden sollen, darüber herrschte am Mittwochabend im vollen Ratssaal noch längst keine Einigkeit.

Die sich zäh über mehr als zwei Stunden hinziehende Versammlung brachte außer dem von Schuster bemerkten Fortschritt kaum neue Erkenntnisse. Allerdings müssen die Grundstückseigentümer bei dem Vorhaben auch recht tief in die eigene Tasche greifen. Was Bürgerinnen und Bürger immer wieder noch zu Nachfragen veranlasste.

Die auf dem Baugesetzbuch basierende Erschließungsbeitragssatzung der Stadt Achim schreibe vor, dass die Anlieger bei einer sogenannten Anliegerstraße 90 Prozent der Ausbaukosten zu tragen haben, die restlichen 10 Prozent bezahle die Stadt. Und bei den Strecken im Paradiesviertel handele es sich allesamt um Straßen, die zum größten Teil von den Anwohnern benutzt würden und nur wenig Durchgangsverkehr hätten, unterstrich Steffen Zorn, Leiter der Achimer Grundstücks- und Gebäudeverwaltung.

Geschäftsführer Dr. Jörn Anselm und Diplom-Ingenieurin Sina Geils vom von der Stadt beauftragten Planungsbüro IDN aus Oyten stellten im Saal noch mal kurz die Ausbauvarianten vor. „Für Asphaltierung, die teuerste Lösung, war ja niemand hier“, schickten sie gleich vorweg, wogegen sich kein Widerspruch erhob. Also wird es auf eine Art Betonpflaster im Viertel hinauslaufen. Dabei gibt es allerdings unterschiedliche Qualitäten, Kosten, Anordnungsformen, Farben, Fahrbahnbreiten.

Einige in der Runde forderten, die Langenstraße zur Einbahnstraße zu machen, um damit die Anzahl der Autos dort zu reduzieren. Wegen des fehlenden Gegenverkehrs könnte das jedoch zu höheren Fahrgeschwindigkeiten führen und zudem die Nebenstraßen belasten, gab Fachmann Schuster zu bedenken. Der Vorschlag werde aber geprüft, versprach er.

Die Anlieger haben bei dem für sie kostspieligen Unterfangen noch manches mehr zu überlegen. Wo soll die Regenrinne verlaufen – mittig oder besser neben der Fahrbahn? Wird auch ein Grünstreifen gewünscht oder eher ein Hochbord für Fußgänger?

Fragen, bei deren Beantwortung die Anlieger unter gewissem Zeitdruck stehen. Zorn erinnerte daran, dass mit den Baumaßnahmen im kommenden Jahr begonnen werden soll. Die Ausschreibung sei bereits für November geplant.

Schließlich einigte sich die Versammlung darauf, die offenen Fragen im kleineren Kreis zu klären. Für die Straßenzüge Paradiesweg, Sandweg und Weberstraße, für die Marschstraße sowie für die Langenstraße wurden jeweils Sprecher benannt, die das Meinungsbild der Anlieger einholen und dann der Stadt die favorisierte Ausbauvariante präsentieren sollen. · mm

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