CDU-Landtagsabgeordneter Adrian Mohr im Interview / „Tipps vom Vorgänger“

„Aus der letzten Reihe hat man einen super Blick“

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Adrian Mohr ist nicht aus der Welt, im Gegenteil. Wer mit ihm in Kontakt kommen will, trifft ihn nach wie vor regelmäßig in Verden an. Er muss zwar mehrmals die Woche nach Hannover, aber er will gerade im Landkreis seine Arbeit noch ausbauen, sagt er.

Landkreis - Sein Wahlsieg liegt einige Wochen zurück. Mittlerweile weiß Adrian Mohr, Landtagsabgeordneter der CDU, ziemlich genau, wie sein neuer Job aussieht.

Mit der VAZ sprach er über seinen ersten Tag in Hannover, das Essen in der Kantine und über das gute Gefühl, mit David McAllister ein Pläuschchen im Plenarsaal zu halten.

Herr Mohr, haben Sie zu irgendeinem Zeitpunkt – vor dem Wahlsonntag – ernsthaft in Betracht gezogen, Sie könnten die nächsten fünf Jahre in der Opposition verbringen?

Mohr:„Aber sicher. Alles andere wäre ja auch Realitätsverweigerung gewesen. In den Umfragen gab es für Schwarz-Gelb zu keinem Zeitpunkt eine Mehrheit.“

Also waren Sie überhaupt nicht enttäuscht?

Mohr: „Natürlich habe ich einen anderen Wahlausgang erhofft. Aber es gilt, das Wahlergebnis zu respektieren: Relativ schwache Sozialdemokraten und relativ starke Grüne haben nun einen Sitz Mehrheit im Landtag. Für mich bieten diese Oppositionsjahre die Chance, mich in Hannover einzuarbeiten, Kontakte zu knüpfen und Erfahrungen zu sammeln. Außerdem habe ich als direkt gewählter Abgeordneter eine Verpflichtung, mich für unseren Landkreis in Hannover einzusetzen, unabhängig von Fraktionsgrenzen.“

Waren Sie bei Ihrem Antrittsbesuch im Landtag in Hannover sehr nervös?

Mohr:„Ein klein wenig. Aber ich kannte das Gebäude und den Fraktionssaal bereits ganz gut, war früher schon bei einigen Veranstaltungen dort, wusste also, wo der Eingang ist, wo man seine Jacke abgeben kann und so weiter. Auch hat mir Wilhelm Hogrefe, mein Vorgänger, ein paar echt gute Tipps gegeben.“

Kriegt man in der Kantine im Landtag gutes Essen?

Mohr:„Eine Kantine im klassischen Sinne gibt es nicht. Beim Landtag ist ein Restaurant, das an Sitzungstagen geöffnet hat. Und direkt im Foyer des Landtages ist ein Gastro-Bereich aufgebaut, wo es leckere Kleinigkeiten gibt, zum Beispiel sensationell gute Rote Grütze.“

Wo sitzen Sie im Landtag?

Mohr:„In der letzten Reihe! Und von da aus hat man alles richtig gut im Blick.“

David McAllister hat Sie beim Wahlkampf kräftig unterstützt. Besteht der Kontakt noch?

Mohr:„Im Plenarsaal ist David schon mehrmals zu einem kurzen Plausch zu mir gekommen. Das ist immer kurzweilig. Wir können uns gut leiden und kennen uns seit 20 Jahren. Es ist nicht leicht für ihn, denn er war Ministerpräsident mit Leib und Seele – und er hat diesen Job geliebt!“

Werden Sie Ihren neuen Job lieben lernen? Und wie sieht der eigentlich aus?

Mohr: „Ich bin mir sicher, dass mir die neuen Aufgaben liegen. Ich bin im Haushaltsausschuss. Das war ein großer Wunsch und ich bin froh und dankbar, dass es geklappt hat. Ich hatte da ein paar Fürsprecher.“

Die notwendigen Voraussetzungen haben Sie aber auch mitgebracht, oder?

Mohr:„Ich kann gut mit Zahlen. Ich bin schließlich Sparkassenbetriebswirt und finanzpolitischer Sprecher der Kreistagsfraktion. Dementsprechend passt es sehr gut. Außerdem bin ich im Petitionsausschuss, wo direkte Eingaben von Bürgern bearbeitet werden. Hier habe ich die direkte Nachfolge von Wilhelm Hogrefe angetreten. Auch gibt es einen Arbeitskreis der Fraktion, der zum Beispiel Anträge vorbereitet. Auch da muss ich dabei sein. Zu den regulären Fraktionssitzungen kommen 14-tägig alle 59 Abgeordneten. Bei den Plenarsitzungen, einmal im Monat je drei Tage, werde ich wohl auch mal über Nacht in Hannover bleiben.

Sonst fahren Sie jeden Tag?

Mohr:„Nein. Ich arbeite sehr viel von meinem neuen Büro aus, in der Verdener Bahnhofsstraße, oder von zuhause. Es ist gut, dass ich das kann, denn meine Frau ist im neunten Monat schwanger, so dass ich eben auch oft gebraucht werde. Nach Hannover fahre ich nur zwei oder drei Tage die Woche, übrigens mit dem Zug, das ist besonders stressfrei.“

Sie sind nach wie vor im Kreistag engagiert, sind Vorsitzender der Kreis-CDU – und führen außerdem die Fraktion im Dörverdener Gemeinderat an. Wird Ihnen das nicht etwas viel?

Mohr: „Auf keinen Fall! Wenn die Kreis-CDU Mitte Mai ihren Vorstand neu wählt, möchte ich wieder als Vorsitzender kandidieren. Und im Gemeinderat habe ich eine tolle Mannschaft. Es macht mir zu viel Freude, als dass ich das aufgeben würde. Außerdem glaube ich, dass eine kommunale Verwurzelung für einen Landtagsabgeordneten sehr wichtig ist. Ich will nicht im ‚Raumschiff Hannover‘ residieren, sondern vor Ort aktiv sein.“· rei

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