Eyter-Renaturierung bei Info-Veranstaltung vorgestellt / Baubeginn im August

Auenlandschaft statt kanalisierter Flusslauf

Zahlreich Interessierte informierten sich über die geplante Eyter-Renaturierung. ·

Thedinghausen - Die Eyter in der Ortslage Thedinghausen, vom Stau am Sportplatz bis zum Schöpfwerk, wird aufwändig renaturiert.

Einzelheiten gab Georg Kranefoed, Geschäftsführer des Mitelweserverbandes, im Rahmen einer gut besuchten Informationsveranstaltung im Gasthaus Niedersachsen bekannt.

Das eigentliche Flussbett auf der 2,9 Kilometer langen Strecke wird verengt, damit in der derzeit „lahmen“ Eyter eine höhere Strömung herrscht. Insgesamt ist die Maßnahme jedoch mit einer Verbreiterung des bisherigen „Kanals“ verbunden. An den Rändern wird es Abgrabungen geben, die sich nach entsprechenden Anpflanzungen zu einer feuchten Auenfläche und einem natürlichen Lebensraum für Fauna und Flora entwickeln sollen. Diese Auenflächen, bis zu 50 Meter vom jetzigen Ufer entfernt, sollen zudem Hochwassern eine Ausbreitungsmöglichkeit bieten.

Im Zuge der Maßnahme werden der Oetzer Seegraben und der Maschgraben, die beide zur Eyter führen, ebenfalls renaturiert. Zwischen dem alten Sommerdeich und dem Oetzer Seegraben wird zudem eine Auenstruktur angelegt. Gleich ein ganzer Auenwald entsteht auf rund drei Hektar Fläche auf den Wiesen außendeichs hinter dem Schöpfwerk.

Die hohe Inanspruchnahme landwirtschaftlichen Bodens, rund fünf Hektar (die Gesamtmaßnahme umfasst rund 20 Hektar), war während der Versammlung auch ein geäußerter Kritikpunkt. Georg Kranefoed machte jedoch deutlich, dass die betroffenen Bauern im Rahmen der Flurbereinigung gegebenenfalls andere Flächen erhalten würden.

Die Bauarbeiten sollen im August begonnen werden. Die Bauzeit ist auf drei Jahre ausgelegt. Insgesamt kostete die Maßnahme rund 750 000 Euro, die aus Landes- und EU-Töpfen kommen. Dazu kommt der Grunderwerb. Diese Kosten trägt die Hansestadt Bremen, die die Eyter-Niederung als Ausgleichsfläche für dortige Baumaßnahmen (Industrieansiedlung) nutzt.

Keine größeren Auswirkungen hat die Renaturierung auf die Anwohner der Eyter. Statt auf Korn- oder Rapsfelder werden sie in einigen Jahren auf eine idyllische Flusslandschaft schauen.· sp/ha

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