Klare Fronten beim Thema Verkehrskreisel / Debatte mit Pro und Kontra / „Einer allein nützt nichts“

„Auch für Fußgänger sicherer“

Der Entwurf für den Kreisel sieht zurückgesetzte Fußgängerüberwege vor.

Achim (mm) · CDU und WGA wollen den Bau eines Verkehrskreisels anstelle der Ampelkreuzung am Hotel Gieschen weiter verhindern. Doch bei der entscheidenden Stadtratssitzung im Juni dürften sie auf verlorenem Posten stehen.

Wie viele andere zählt auch Bürgermeister Uwe Kellner zu den Befürwortern des „kleinen Kreisverkehrs“. Dieser brächte „weniger Wartezeiten für Autofahrer, insbesondere auch für Linksabbieger, und damit weniger Lärm- und Umweltbelastung, ordentliche Radwege, sichere Fußgängerüberwege“, argumentierte er im Ausschuss für Stadtentwicklung.

In dieser Richtung bewegt sich auch die SPD. Das Verkehrsgutachten prognostiziere für 2015 und die folgenden Jahre für Achim eine erhebliche Zunahme des Verkehrs, auch und gerade für die Gieschen-Kreuzung, erinnerte Herfried Meyer in der Sitzung am Dienstag. Und auch daran, dass sämtliche Mitglieder des Rates den für den Kreiselbau erforderlichen Grundstücksankäufen zugestimmt hätten. Laut Gutachten würde der Kreisel in 23 von 24 Stunden die Verkehrssituation an der Kreuzung Am Schmiedeberg / Obernstraße / Zum Achimer Bahnhof verbessern und auch für Fußgänger und Radfahrer sicher sein.

Kreisverkehr sei vor allem aufgrund der geringeren Geschwindigkeiten dort für die schwächeren Verkehrsteilnehmer im Vergleich zur Ampelkreuzung vorteilhaft, unterstrich ein Vertreter des Planungsbüros.

So pries auch Michael Schröter (Grüne) den Kreisel als „bessere Alternative“. Und da die Stadt auf EU-Mittel zurückgreifen könne, wäre er auch noch „relativ günstig“ zu finanzieren.

Aber auch die Gegner des Vorhabens meldeten sich zu Wort. Ein Kreisel allein bringe nichts, meinte Wolfgang Heckel (WGA). Erst, wenn es mehrere davon an neuralgischen Punkten in der Umgebung gäbe, würde das den Verkehrsfluss erhöhen.

Ulrich Rehlich (CDU), der sich wegen der erst am Wochenende den Fraktionen von der Stadtverwaltung zugestellten Beschlussvorlagen erklärtermaßen nicht an der Debatte und Abstimmung beteiligen wollte, schaltete sich dann doch ein. In vielen Städten würden Verkehrskreisel mit Verweis auf die Unfallzahlen wieder beseitigt, und der „Stern“ in Bremen stehe ja dauerhaft in der Diskussion.

„Da werden jetzt doch Äpfel mit Birnen verglichen“, schüttelte der fraktionslose Jürgen Harder den Kopf. Nur große Kreisel mit zwei Fahrspuren seien unfallträchtig und würden zurückgebaut, erläuterte Schröter.

Am Ende wies der Ausschuss die gegen das Projekt eingegangenen Einwände von sieben Bürgerinnen und Bürgern zurück und stimmte für den Satzungsbeschluss. Die WGA will bei der Ratssitzung im Juni eine Bürgerbefragung beantragen.

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