„Klassische Philharmonie Nordwest“ erhielt stehende Ovationen in der Kirche

Auch drinnen ein Erlebnis

Als sehr gut geeignet auch für Konzerte dieser Orchester-Größenordnung erwies sich die Thedinghäuser Kirche.

Thedinghausen - (ey) · Die Verlegung entpuppte sich nicht als Notlösung. Der durchsichtige und gleichermaßen differenzierte und präsente Orchesterklang der "Klassischen Philharmonie Nordwest" unter der Leitung von Ulrich Semrau kam in der Thedinghauser Kirche besonders gut zur Geltung.

Wie berichtet, war das Benefiz-Konzert aufgrund der widrigen Wetterlage von der Bühne am Erbhof in die Maria-Magdalena-Kirche verlegt worden. Der „Förderkreis Erbhof zu Thedinghausen“ hatte als Veranstalter zu diesem besonderen Gastspiel zu Gunsten des Projekts „Renaissance-Saal“ im Erbhof eingeladen. Zugleich rundete diese Darbietung die Reihe zum Gartenkultur-Musikfestival 2010 ab.

▪ Erlös zu Gunsten

▪ des Schlosssaals

Zu Beginn präsentierte das 40 köpfige, international besetzte Orchester Schuberts Sinfonie Nr. 7 h-moll („Unvollendete“). Man konnte den Musikerinnen und Musikern die große Spielfreude anmerken.

Die Flötensolistin Carin Levine stellte ihre besonderen Fähigkeiten beim "Konzert D-Dur für Querflöte und Orchester" KV 314 von Wolfgang Amadeus Mozart vor. Sie verzauberte das Publikum mit ihrem Spiel. Bereits nach der Schluss-Kadenz des ersten Satzes wollten die Zuhörenden ihre Begeisterung zum Ausdruck bringen.

Nach einer Pause wurde die bekannteste Komposition des französischen Flötisten François Borne, die „Fantaisie brillante“ über Bizet’s Carmen, aufgeführt. Carin Levine meisterte die virtuosen Passagen mit spielerischer Leichtigkeit und hoher Präzision.

Den Abschluss bildete die Sinfonie Nr. 2 C-Dur von Robert Schumann, in dessen 3. Satz die Anklänge an Johann Sebastian Bach gut hervorstachen. Der homogene Klang des Orchesters mit großem Dynamikumfang begeisterte das zahlreiche Publikum. Die Musikerinnen und Musiker wurden mit stehenden Ovationen bejubelt.

Vielleicht sollte man öfter Konzerte dieser Größenordnung in der Thedinghauser Kirche präsentieren, die nicht nur vom Platzangebot, sondern auch von der Akustik her für diesen Zweck sehr gut geeignet ist.

Nur der Wunsch von Dirigent Semrau: „Ich habe schon lange gehofft, einmal auf dem Thedinghauser Erbhof auftreten zu können“, wird sich wohl erst beim nächsten Konzert erfüllen lassen.

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