Fortsetzung der Erfolgsgeschichte auf dem Gelände hinter dem Rathaus / „Glücksfall für die Gemeinde“

Nun auch Aufbau des Ehmken Hoff

Vorstand und Mitglieder prüfen den Zustand des Materials.

Dörverden - DÖRVERDEN · Zum Zuschauermagnet hat sich nach seiner Eröffnung Kochs Hof auf dem Gelände des Kulturgutes Ehmken Hoff entwickelt. Nun findet die Erfolgsgeschichte ihre Fortsetzung. Der Namensgeber des Geländes, der Ehmken Hoff, wird ebenfalls wieder aufgebaut. „Die Arbeiten sollen in Kürze beginnen“, so Rainer Herbst, Vorstandsvorsitzender der H.F.Wiebe-Stiftung.

Stifter Hermann Wiebe hatte das Bauernhaus in der Sympher Allee in Dörverden fachmännisch abbauen lassen. Jetzt soll es unter Aufsicht des Denkmalschutzes neu errichtet werden. Das Gebäude war stark renovierungsbedürftig und von den Eigentümern, der Familie Stühring, bereits aufgegeben worden.

Der Ehmken Hoff ist das älteste Gebäude, das auf dem Kulturgut hinter dem Dörverdener Rathaus entsteht. Nach einem Hausgutachten von Heinz Riepshoff handelt es sich hier um ein niederdeutsches Hallenhaus, dessen Anfänge im Kernbereich auf das Jahr 1545 zurückdatiert werden können. Der vorgefundene Bauzustand lässt sich auf 1813 datieren und belegt eindrucksvoll die vielseitige Geschichte des Hauses. Die Baugenehmigung für den Wiederaufbau des Fachwerhauses hat der Landkreis Verden erteilt.

Für das Fachwerkgefüge mit Dachkonstruktion erhält die H.F. Wiebe Stiftung eine Zuwendung des Landes Niedersachsen zur Förderung des ländlichen Kulturerbes von bis zu 35 000 Euro. Darüber hinaus hat die Stiftung Leader-Mittel aus der Region Aller-Leine-Tal beantragt.

Die Geschichte und der Wiederaufbau, betonen die Verantwortlichen immer wieder, bleiben ein Glücksfall für die Gemeinde. „Besonders spannend: „Die Vielschichtigkeit der Baugeschichte von Ehmken Hoff, von der Zeit der Zerstörung Dörverdens durch Wiebergs Horden im Jahre 1544 bis hin zum Abbau im Dezember 2007“, formulierte Rainer Herbst.

Das neue Zentrum hinter dem Rathaus ist aber nicht nur für Dörverden sondern auch für die Bauernhausgeschichte der Region von Bedeutung. „Nur wenige Niederdeutsche Hallenhäuser dokumentieren den Wandel vom überwiegend genutzten Viehhaus des späten Mittelalters mit noch umlaufender Kübbung, über notwendige Erweiterung und wirtschaftliche Erholung nach dem Dreißigjährigen Krieg bis hin zum repräsentativen Bauernhaus“, schreibt Gutachter Heinz Riepshoff in seiner Expertise.

Riepshof weiter: „In früheren wissenschaftlichen Veröffentlichungen, vor allem von den frühen Freilichtmuseen Anfang des 20. Jahrhunderts oder von Heimatmuseen mit Gründungen in der NS-Zeit, wurde gerne der Urtyp des Niedersachsen-Hauses propagiert.“ Abweichungen jedweder Art seien unterdrückt und bei Wiederaufbauten dem Ideal angepasst worden. Wenn es gelänge, die vielen baulichen Veränderungen des Hauses beim Wiederaufbau angemessen wieder herzustellen, könne etwas entstehen, was man eigentlich nicht bauen kann, nämlich ein großartiges Baudenkmal, heißt es weiter.

Das Hausgutachten von Heinz Riepshoff ist veröffentlicht unter

http://www.ehmken-hoff.de.

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