Vier Busse aus dem Landkreis brachten Verdener und Achimer nach Glückstadt zur Menschenkette

„Atomkraft blockiert Umstieg“

Aus Verden und Achim starteten die vier Busse zur Anti-Atom-Kette nach Glückstadt.

Verden - · 100 000 Menschen folgten am Sonnabend dem Aufruf von Parteien, Gewerkschaften und Umweltorganisationen und bildeten eine Anti-Atom-Menschenkette zwischen den beiden Reaktoren Brunsbüttel und Krümmel. Aus dem Landkreis Verden hatten sich am Sonnabendmorgen 200 Frauen und Männer mit vier Bussen auf den Weg nach Glückstadt gemacht. Zur Teilnahme an den Protesten hatten im Landkreis Bündnis 90/Die Grünen, SPD, Linke sowie DGB, Bund und NABU aufgerufen.

Durch ein ausgeklügeltes System waren mehr als 200 Busse, drei Sonderzüge und Tausende Autos aus ganz Deutschland an verschiedene Punkte auf der 120 Kilometer langen Strecke geleitet worden. Zwischen 14.30 Uhr und 15 war die Menschenkette dann geschlossen und ein „Abpfiff“ – ausgehend vom ersten Demonstranten am AKW Brunsbüttel bis nach Krümmel – zog sich durch die ganze Kette.

Die Verdener nahmen anschließend noch an einer der Abschlusskundgebungen in Glückstadt teil, die von Christoph Bautz, Geschäftsführer der in Verden ansässigen Kampagnenorganisation Campact, moderiert wurde. Campact war auch einer der Initiatoren und Hauptorganisatoren der Aktion.

„Atomkraft wird von der Mehrheit der Bevölkerung abgelehnt und sie ist gesellschaftlich nicht durchsetzbar. Das ist das Signal, das vom 24. April ausgeht“, sagte Grünen-Kreisvorstandssprecher Rasmus Grobe. Die Aufkündigung des Atom-Ausstiegs durch CDU und FDP und die angestrebte Laufzeitverlängerung für Atomkraftwerke von bis zu 28 Jahren provoziere ein Wiederaufbrechen eines gesellschaftlichen Konfliktes, den viele durch den rot-grünen Ausstiegsbeschluss beendet glaubten. „Wenn die Regierung umsetzen will, was sie bisher nur diskutiert, wird sie sich noch mit ganz anderen Protesten auseinander setzen müssen.“

Der Vorstandssprecher der Kreis-Grünen kritisierte die Argumentation, dass Atomkraft eine „Brückentechnologie“ sei. „Wir wissen mittlerweile aus mehreren Untersuchungen, dass das Gegenteil der Fall ist. Atomkraft blockiert den Umstieg auf erneuerbare und eine dezentrale Energieversorgung, wie sie auch in Verden vorangetrieben wird“, so Grobe. Schon heute blockierten die Überkapazitäten von Atomkraftwerken die Nutzung von erneuerbaren Energiequellen. Windkrafträder müssten trotz Wind abgeschaltet werden, weil Atomkraftwerke nicht heruntergefahren werden können, und Investitionen in erneuerbare Energien würden blockiert. „Das ist schlecht für die wachsende Erneuerbar-Branche mit all ihren Arbeitsplätzen.“ Gleichzeitig wachse mit jeder Stunde Weiterbetrieb der Atommüllberg, für den es nach wie vor keine Lösung gebe. „Vom Sicherheitsrisiko ganz zu schweigen.“

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Israel tötet Dschihad-Militärchef - Beschuss aus Gaza

Israel tötet Dschihad-Militärchef - Beschuss aus Gaza

Australiens Feuerwehr warnt vor "katastrophaler Feuergefahr"

Australiens Feuerwehr warnt vor "katastrophaler Feuergefahr"

Flughafen Bremen: Die Ziele im Winterflugplan 2019/2020

Flughafen Bremen: Die Ziele im Winterflugplan 2019/2020

Mit Web-Apps unabhängiger arbeiten

Mit Web-Apps unabhängiger arbeiten

Meistgelesene Artikel

Identität des Wolfskadavers bei Dörverden steht fest - Tod durch Bisse

Identität des Wolfskadavers bei Dörverden steht fest - Tod durch Bisse

Mehr Grün statt Beton

Mehr Grün statt Beton

Stimmungsvolle Dekorationsideen

Stimmungsvolle Dekorationsideen

„Wir als Stadt können nur vermitteln“

„Wir als Stadt können nur vermitteln“

Kommentare