Arbeitsgruppe von Bürgerinitiativen will Betroffenen bei der Regulierung helfen

Wenn Erdgasbohrungen Schäden verursachen

Feuer und Flamme für Erdgas? Nicht alle im Flecken Langwedel sehen das so wie Sven Burmester, langjähriger Leiter des RWE-Dea-Förderbetriebs Niedersachsen in Holtebüttel. Archivfoto: Mix
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Feuer und Flamme für Erdgas? Nicht alle im Flecken Langwedel sehen das so wie Sven Burmester, langjähriger Leiter des RWE-Dea-Förderbetriebs Niedersachsen in Holtebüttel. Archivfoto: Mix

Langwedel - Schon jetzt kann die seit dem 1. August 2014 arbeitende „Schlichtungsstelle Bergschaden Niedersachsen“ im Schadensfall zur kostenfreien Vermittlung angerufen werden. Die Arbeitsgruppe „Erdbeben“ der Bürgerinitiativen „No Fracking“ im Erdgasfeld Völkersen und „Flecken Langwedel gegen Gasbohren“ gibt sich damit allerdings nicht zufrieden. „Das Problem der durch die Erdgasförderung ausgelösten Bodensenkungen und dadurch eventuell hervorgerufener Schäden bedarf dringend weiterer Aufklärung.“

Dabei sei insbesondere die „öffentliche Hand“, Fachbehörden wie das Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG), aber auch das Land und die Kommunen, gefordert, heißt es in dem umfangreichen Papier, das „in mehrmonatiger Arbeit und Recherche“ erstellt und der Presse zur Verfügung gestellt wurde. Werner Busch, Torsten Grau, Gerd und Gero Landzettel, Wolfgang Marschhausen und Marco Sündermann wirkten in der AG mit.

„Ziel war es dabei, den Bürgern Möglichkeiten zur besseren Absicherung bei Schäden aus Erdbeben aufzuzeigen“, teilt Gerd Landzettel in einem Schreiben an diese Zeitung mit. Deshalb liege die Ausarbeitung auch in einigen Geschäften in Langwedel und Völkersen aus und stehe Interessierten auf den Internetseiten der Bürgerinitiativen zur Verfügung.

Es gebe noch viele offene Fragen, stellt die AG fest. „Hierzu gehört zum Beispiel, was man als Betroffener für den Fall zukünftiger Erdbeben machen kann, um die Chancen zu erhöhen, möglichst den gesamten Schaden ersetzt zu bekommen.“

Wer ganz sicher gehen wolle, der sollte durch die Beauftragung eines auf Bergschäden spezialisierten Sachverständigen den gegenwärtigen Zustand seines Gebäudes zur Beweissicherung feststellen lassen, rät die AG. Aber auch jeder Hauseigentümer könne selbst dafür Sorge tragen, die Beweisführung im Schadensfall zu erleichtern.

Der ausgewiesene Sachverständige für Bergschäden Andreas Mollinga schreibe in seinem Buch „Bergschadensregulierung“ hierzu: „Zum Beispiel sollten die Außenwände im Kellergeschoss vom Eigentümer im Bereich der Fensterbrüstungen und Fenstersturzbereiche halbjährlich auf Rissschäden überprüft werden. Die Überprüfung von elastischen Verfugungen zwischen einzelnen Baukörpern, zum Beispiel Fuge zwischen Wohnhaus und Kelleraußentreppe oder Fuge zwischen Wohnhaus und Garage, sollte jährlich erfolgen.“

Darüber hinaus bedarf nach Meinung der Arbeitsgruppe die Problematik möglicher Bodensenkungen näherer Untersuchung. „Anders als die Unternehmen und teilweise auch die Behörden glauben machen möchten, sind eventuelle Bodensenkungen nämlich nicht folgenlos, sondern können zum Beispiel in Bereichen, in denen sogenannte Torflinsen im Untergrund existieren, auf Grund der dadurch bedingten ungleichmäßigen Bodenbewegung Einfluss auf darüber liegende Gebäude und andere Bauwerke haben.“

Senkungsmessungen können laut Bergverordnung allerdings nur für Gebiete verlangt werden, „in denen Beeinträchtigungen der Oberfläche durch Bergbaubetriebe mit Auswirkungen auf bauliche Anlagen eingetreten oder zu erwarten sind, wenn die Messungen zur Verhütung von Gefahren von Leben, Gesundheit oder bedeutende Sachgüter von Bedeutung sein können“. Die AG hat das LBEG aufgefordert, solche Messungen für den Bereich des Erdgasfeldes Völkersen nicht länger abzulehnen und dort entsprechend tätig zu werden.

mm

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