Ehemaliger Jugendfeuerwehrwart vor Gericht

Anklage: Kinder missbraucht

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Hier waren die Beschuldigten tätig: Der Jugendwart bei der Feuerwehr in der Lindhooper Straße. Der Kreisjugenddiakon hatte ein Büro in den Räumen der St. Nikolai-Gemeinde am Plattenberg.

Verden · Ein Jugendwart der Freiwilligen Feuerwehr Verden soll mehrere Jungen missbraucht und ein Kreisjugenddiakon der evangelischen Kirche in Verden kinderpornografische Bilder besessen haben. In beiden Verfahren haben die Staatsanwaltschaften Verden und Hannover lange ermittelt.

Nun sind die Ermittlungen abgeschlossen. Im Fall des Jugendwartes wurde bereits Anklage erhoben. Es sind zwei völlig getrennt voneinander laufende Verfahren, die aber beide im März 2011 publik geworden sind. Der Kreisjugenddiakon war durch ein Ermittlungsverfahren in einem anderen Bundesland ins Visier der Ermittler geraten. Durch Gesprächsinhalte in einem Internet-Chat hatten sich konkrete Verdachtsmomente gegen den Diakon ergeben. Am 10. März 2011 waren dann die Privaträume des Verdeners und seine Diensträume in der St. Nikolai-Gemeinde durchsucht und Beweismaterial sichergestellt worden.

Mit einer Anklage gegen den Diakon wird gerechnet, eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft Hannover wollte dazu aber noch keine Angaben machen. Rund 20 Jahre war der Diplom-Religionspädagoge als Diakon für die evangelische Kirche tätig. Inzwischen wurde das Arbeitsverhältnis aufgelöst.

Kreiszeitung Syke

Der ehemalige Jugendwart der Freiwilligen Feuerwehr Verden wird sich wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern und Schutzbefohlenen vor Gericht verantworten müssen. „Es geht um insgesamt 15 Straftaten, die der heute 36 Jahre alte Verdener in den Jahren 2007 bis 2010 begangen haben soll“, erklärte Lutz Gaebel, Sprecher der Staatsanwaltschaft Verden auf Nachfrage. In einem Fall soll der Angeklagte ein schlafendes Kind und damit eine widerstandsunfähige Person missbraucht haben. Außerdem wird ihm Beihilfe zum Fahren ohne Fahrerlaubnis vorgeworfen.

Betroffen von den 15 Taten seien fünf Opfer, alles Jungen unter 14 Jahren, so Gaebel. „Kontakt zu ihnen hatte der Mann über seine Tätigkeit als Jugendwart“, bestätigt der Staatsanwalt. Überwiegend soll es bei dem Angeklagten zu Hause zu dem Missbrauch gekommen sein. Nur eine Tat habe der 36-Jährige während einer Veranstaltung der Feuerwehr begangen.

Anfang 2011 waren die Vorwürfe öffentlich geworden, nachdem sich die Mutter eines Jungen an die Polizei gewandt hatte. Inzwischen ist der 36 Jahre alte Verdener aus der Feuerwehr ausgetreten. In Haft wurde er nicht genommen. Bislang sei er auch nicht vorbestraft, so Gaebel auf Nachfrage.

Der Jugendwart wird sich vor dem Jugendschöffengericht des Amtsgerichts Verden verantworten müssen. Der Strafrahmen reiche für den sexuellen Missbrauch von Kindern von sechs Monaten bis zu zehn Jahren, so Gaebel. Das Amtsgericht kann jedoch grundsätzlich nur Strafen bis zu einer Höhe von vier Jahren aussprechen. · wb

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